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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 10:51 Uhr

Mühlenbrücke : Edeka schließt in einer Woche

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Inhaber Gerd Grümmer nennt betriebswirtschaftliche Gründe für das Aus. Eine Planungswerkstatt für die Lütjenstraße ist in Vorbereitung.

Neumünster | Nach fast 25 Jahren schließt der Edeka-Markt an der Mühlenbrücke. „Es ist uns leider nicht mehr möglich, unser Innenstadtunternehmen betriebswirtschaftlich erfolgreich weiterzuführen“, teilte Inhaber Gerd Grümmer gestern mit. Für die acht Mitarbeiter gebe es „individuelle Arbeitslösungen“. Spätestens am kommenden Sonnabend, 24. September, soll Schluss sein. Das Parkhaus unter dem Markt mit Zufahrt vom Waschpohl wird aber vorerst weiter geöffnet bleiben.

Zwei Hauptgründe führt der Geschäftsmann, der drei weitere Märkte in Einfeld, Tungendorf und Boostedt führt, für den Schritt an. Zum einen wachse die Konkurrenz durch Rewe am Großflecken, Penny am Kleinflecken, den Sky-Markt in der Holsten-Galerie und das geplante Marktkauf-Warenhaus im Parkcenter in der Innenstadt deutlich. Zum anderen erwarte er weitere Umsatzeinbußen durch den bevorstehenden Umbau des Großfleckens. „Die dortigen Vorhaben will ich dem Grunde nach gar nicht kritisieren. Vergangene Maßnahmen in der Innenstadt, wie die Verlegung des Wochenmarktes und der Umbau des Kleinfleckens, haben uns aber gezeigt, dass das bei uns zu weiteren Einbußen führte. Die Schließung des Marktes an der Mühlenbrücke ist daher leider alternativlos“, sagte Grümmer.

Sein Weggang reißt nach dem Umzug der Mühlen-Apotheke zum Großflecken eine weitere große Lücke im hinteren Bereich der Lütjenstraße. „Wir brauchen zeitnah Ideen, um das Quartier zu entwickeln, damit Lütjenstraße und Kleinflecken nicht abfallen“, mahnte dann auch Citymanager Michael Keller. Schon vor zwei Jahren sei ein Konzept entwickelt worden, hieraus könne man schöpfen. Entspannter sieht Bernd Heilmann von der Stadtplanung die Situation. Es sei nach der Eröffnung der Holsten-Galerie „normal“ und erwartet worden, dass es zu „Verlagerungen von Geschäften“ kommt. Erfreut beobachte er, dass es kaum mehr Leerstände am Großflecken gebe. „Nun müssen wir ein Leitbild für die Lütjenstraße entwickeln. Deshalb sind wir im Kontakt mit den Hauseigentümern und in Vorbereitung einer Planungswerkstatt, in der auch die Bürger Ideen einbringen können“, sagte Heilmann. Es wäre gut, wenn die vor Jahren mal existierende Aktionsgemeinschaft wieder aufleben könnte.

CDU und SPD fordern, die anstehenden Kanal- und Leitungsarbeiten in der Straße zu nutzen, um hinterher alles hübsch und attraktiv zu machen. „Es ist Handlungsbedarf“, betonte CDU-Expertin Helga Bühse. Für ihre Kollegin von der SPD, Franka Dannheiser, sind die Hauseigentümer gefragt: „Die müssen sich zusammentun und etwas bewegen. Wir als Politik haben darauf leider nur wenig Einfluss.“

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erstellt am 17.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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