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Holsteinischer Courier

25. März 2017 | 01:15 Uhr

Polizeibericht : Dreiste Diebe plündern weiter Gräber

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei der Polizei häufen sich mittlerweile die Anzeigen. Bronzebuchstaben werden brutal aus den Grabsteinen gebrochen.

Neumünster | Die Welle der Metalldiebstähle auf den Friedhöfen in Neumünster reißt nicht ab. Nach wie vor werden Grabsteine – insbesondere auf dem Nord- und Südfriedhof an der Plöner Straße – regelrecht geplündert. Bei der Polizei häufen sich mittlerweile die Anzeigen.

An manchen Wegen auf den Hauptfriedhöfen fehlen fast an allen Grabsteinen Bronzebuchstaben (der Courier berichtete). Sie wurden von Unbekannten offenbar meist im Schutz der Dunkelheit brutal herausgebrochen. Doch auch Gräber in Einfeld sind mittlerweile vereinzelt betroffen. „Nachdem der Polizei vor einigen Wochen nur wenige Anzeigen wegen Diebstahls von Metallbuchstaben von Grabsteinen vorlagen, gingen bei der Polizei mittlerweile 38 Anzeigen ein“, erklärt Polizeisprecher Rainer Wetzel. Der Gesamttatzeitraum lässt sich nach Auskunft der Ermittler bis in den September 2016 zurückverfolgen. Diese Erkenntnis deckt sich auch mit den Recherchen des Couriers, der bereits im vergangenen Herbst von betroffenen Angehörigen auf das pietätlose Treiben der Metalldiebe aufmerksam gemacht worden war.

„Die tatsächliche Anzahl der Fälle dürfte nach dem derzeitigen Ermittlungsstand deutlich höher als die Zahl der Anzeigen sein“, vermutet Rainer Wetzel. „Ein Grund für das jetzige erhöhte Anzeigenaufkommen ist sicher, dass die Gräber mit dem beginnenden Frühjahr von den Angehörigen zur Pflege aufgesucht werden und dann der Diebstahl festgestellt wird, der möglicherweise schon einige Zeit her ist“, erläutert der Polizeisprecher. Allerdings hat die Zahl der Delikte ab Jahresbeginn und auch aktuell in den vergangenen Wochen zugenommen.

„Die Bronzebuchstaben werden mit Gewalt aus den Verankerungen gehebelt und gestohlen“, so Wetzel. Parallel zu den Diebstählen wird von der Polizei in diesen Fällen auch wegen Störung der Totenruhe ermittelt. „Neben der Beeinträchtigung der emotionalen und ideellen Werte der Angehörigen dürften allein bei den bisher bekannt gewordenen Fällen materielle Schäden im fünfstelligen Bereich entstanden sein. Die Kosten für die Reparatur eines betroffenen Grabsteines können schnell 1000 bis 1200 Euro betragen“, sagt der Polizeisprecher.

Den gemeinen Buchstaben-Dieben ist allerdings nur schwer beizukommen: Kameras gibt es auf dem Friedhof nicht. Die Täter sind auf dem weitläufigen Gelände auch schnell im Schutz der Dunkelheit verschwunden. Deshalb ist die Polizei gerade bei diesen Straftaten auf die Mithilfe und Aufmerksamkeit der Bevölkerung angewiesen. „Verdächtige Personen oder Fahrzeuge auf den Friedhöfen sollten umgehend gemeldet werden“, sagt Wetzel. Zeugen sollten dafür die Telefonnummer 110 wählen. Darüber hinaus bittet die Polizei weitere Betroffene, Anzeige zu erstatten.

Obwohl die Schwerpunkte der Taten bisher auf dem Süd- und Nordfriedhof gelegen haben, können auch andere Friedhöfe betroffen sein. So wurden in den vergangenen Wochen auch entsprechende Taten auf dem Friedhof in Einfeld bekannt. Aus Gadeland wurden offenbar noch keine Fälle gemeldet. Hinweise erbittet die Polizei unter Tel. 94  50.  


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erstellt am 18.Mär.2017 | 08:30 Uhr

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