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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 20:53 Uhr

Doppelgeburtstag : Doppel-Jubiläum mit viel Musik

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mädchen-Musikzug feiert 55-Jähriges / Trägerverein besteht seit 25 Jahren / Konzerte, Vorträge, Podiumsdiskussion und Tag der offenen Tür

Neumünster | Als 1951 das rein weibliche Aarhus-Pigegarde-Orchester aus Dänemark in den Holstenhallen auftrat, dachte sich Stadtrat Eugen Lechner: „So etwas muss Neumünster auch haben!“ Er fand Mitstreiter – und inzwischen ist der Mädchen-Musikzug Neumünster (MMN) ein weltweiter musikalischer Botschafter der Stadt und von Schleswig-Holstein. Das 55-jährige Bestehen des Orchesters und 25 Jahre Verein für Jugendmusik als Träger des Orchesters und der Musikschule werden mit drei Fest-Tagen vom 15. bis zum 17. Juli gefeiert. Es gibt viel Musik, eine Podiumsdiskussion, Fachvorträge und einen Tag der offenen Tür in der Musikschule am Haart.

Den Auftakt bildet ein Empfang für geladene Gäste am Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr im Caspar-von-Saldern-Haus. Zu dem Thema „Wert der Musik – früher, heute, morgen“ diskutieren Richard Ferret, Landesvorsitzender des Verbandes deutscher Musikschulen, MMN-Geschäftsführerin Gerlinde Gullert, Musikschulleiter Stefan Back, Jazzclub-Vorsitzender Ralf Johannsen sowie weitere Teilnehmer auf dem Podium.

Am Sonnabend, 16. Juli, findet von 15 bis 19 Uhr ein Tag der offenen Tür mit Fachvorträgen zu den Themen Musik und Gesundheitsprävention, frühkindliche musikalische Bildung und dem interkulturellen Verständnis durch Musik statt. Außerdem werden der MMN, das Saxofonquartett und das Weltmusik-Ensemble der Musikschule Konzerte geben; auch der Chor „Jetzt oder nie“ wird auftreten.

Am Sonntag münden die Festivitäten in die Veranstaltung „Jazz im Park“, bei der ab 14 Uhr Bands wie „Salt Peanuts“, „Trio Elf“ und weitere Gruppen im Garten des Saldern-Hauses auftreten.

Der MMN ist in den Jahrzehnten zum Botschafter und zum Aushängeschild der Stadt weit über die Landesgrenzen hinaus geworden. Konzertreisen führten das einzige Mädchen-Blasorchester Deutschlands in alle Welt – nach St. Petersburg, nach Tunesien, China, vor 40 Jahren zur Steubenparade in den USA, erneut 2006 in die USA und nach Kanada, aufs Bundesmusikfest in Würzburg und ins Disneyland nach Paris. „Überall gab es einen herzlichen Empfang, Kontakte wurden geknüpft, Freundschaften geschlossen“, sagt Gerlinde Gullert (72), die seit 1990 MMN-Geschäftsführerin und „Mutter der Kompagnie“ ist.

Seit 33 Jahren ist Hans-Georg Wolos (64) der musikalische Leiter – nach Herbert Funke und Wim Wehrmeijer erst der dritte in über fünf Jahrzehnten. Er prägt das Repertoire und die musikalische Leistungsfähigkeit. Im Laufe der Jahre wandelte sich die musikalische Farbe des Orchesters: Während zu Beginn unter Militärmusiker Funke vor allem zackige Märsche gespielt wurden, beeindruckt das Orchester jetzt mit ausgefeilten und anspruchsvollen Filmmelodien, Musicalsongs, Pop und Klassik. Ihre Lieblingsstücke wählen die Mädchen gerne selbst ins Repertoire.

Und trotzdem fehlt der Nachwuchs. In Hoch-Zeiten waren es bis zu 45 Aktive, aktuell sind es 30 im Alter von 10 bis 25 oder älter. Denn die „Mädchen“-Regelung wurde gelockert; so manche Ehemalige bleibt dem MMN treu und springt immer wieder ein. Gerlinde Gullert und Hans-Georg Wolos betonen die musikalische Qualifikation: In der Musikschule erhalten Neulinge Unterricht, sind ab der D-1-Prüfung Teil des Orchesters und können sich dann „emporspielen“. Daher sind die „Instrumentenräume“, die am Sonnabend im oberen Geschoss der Musikschule aufgebaut werden, besonders wichtig: Dort können interessierte Kinder und Jugendliche Geige, Trompete, Saxofon, Schlagzeug und andere Instrumente ausprobieren und schauen, ob ein Nigel Kennedy, Louis Armstrong oder Benny Goodman in ihnen steckt.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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