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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 15:29 Uhr

Schokolade im Outlet-Center? : DOC will die Sortimente ändern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Planungs- und Umweltausschuss muss dafür die Änderung des Bebauungsplans auf den Weg bringen.

Neumünster | Dürfen im Designer-Outlet-Center künftig auch Schokolade und Körperlotion verkauft werden? Und gibt es mehr Platz für die Gastronomie? Vier Jahre nach der Eröffnung möchte der DOC-Betreiber McArthur Glen die Sortimentsaufteilung im Einkaufsdorf verändern – doch das geht nur, wenn der Bebauungsplan geändert wird.

Zweimal wurde das Thema schon vertagt. Am Donnerstag, 17. November, könnte aber im jetzt zuständigen Planungs- und Umweltausschuss (17.30 Uhr, Rathaus, Zimmer 2.5/2.6) die Entscheidung fallen. CDU-Ratsfrau Helga Bühse jedenfalls ist überzeugt, dass das Thema nicht noch einmal zurückgestellt wird.

Inzwischen liegt das sogenannte Monitoring vor, das untersucht, ob im DOC die im Vertrag mit der Stadt festgelegten Bestimmungen eingehalten werden. Die SPD hatte genau das angezweifelt und den ersten Vertagungsantrag mit dem Verdacht begründet, dass „augenscheinlich die Festsetzungen des Bebauungsplans bereits heute unterlaufen werden“.

Der Bericht über die unangemeldeten Prüfungen im September sagt etwas anderes. Danach werde die zulässige Gesamtverkaufsfläche von 20.000 Quadratmetern mit derzeit 17.400 Quadratmetern noch nicht einmal ausgeschöpft. Die zulässigen Flächen für die einzelnen Sortimente und „für Gastronomie und Restauration werden eingehalten“, heißt es im Bericht. Festgestellt und moniert wurden geringfügige Abweichungen, etwa das Angebot von Schuhpflegeprodukten in Schuhgeschäften. Auch die Besonderheit der Sortimentsstruktur werde stichprobenartig in allen Shops untersucht, teilt der Fachdienst Stadtplanung mit. So sind im DOC nur Modelle vergangener Saisons, zweite Wahl und Waren zur „Markterkundung“ zulässig.

McArthur Glen hat beantragt, dass die derzeit nicht zulässigen Sortimente Kosmetik/Parfümerieartikel auf bis zu 250 Quadratmetern und Lebensmitte/Spezialitäten auf 300 Quadratmetern ermöglicht werden. Bei Schuhen/Lederwaren soll die Fläche um 400 auf dann 2900 Quadratmeter steigen, bei Sportartikeln um 300 auf 2300 Quadratmeter, bei Uhren/Schmuck/Accessoires um 100 auf dann 600 Quadratmeter. Das Sortiment Wohneinrichtung möchte McArthur Glen dagegen auf 500 Quadratmeter Fläche halbieren. Die Fläche für Gastronomie soll von 1000 auf 1200 Quadratmeter erhöht werden.

„Von unserer Seite als CDU haben wir keine Bedenken“, sagt Helga Bühse. Es gehe um 200 Quadratmeter mehr Gastro-Fläche und Änderungen im Sortiment auf 1350 Quadratmetern. Bühse: „Das ist im Rahmen. Die Verkaufsflächenbegrenzung auf 20.000 Quadratmeter bleibt ja bestehen.“ Bei der SPD gibt es noch keine abschließende Meinung, teilte Ratsfrau Franka Dannheiser auf Nachfrage mit: „Wir haben am 10. November noch eine Sitzung mit externer Beteiligung zum Thema und werden uns dann in der Fraktion festlegen.“ 

Der Handelsverband Nord sieht eine Sortimentsänderung im DOC kritisch. Die Änderungen seien „geeignet, weitere Umsatzverlagerungen nach sich zu ziehen und insbesondere zu Lasten der Innenstadt zu wirken“. Matthias Neumann vom Verein Stadtmarketing: „Notwendige Anpassungen: Ja. Aber die Stadt darf ihr Einzelhandels- und Zentrenkonzept nicht aus dem Auge verlieren.“

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erstellt am 08.Nov.2016 | 08:15 Uhr

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