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Holsteinischer Courier

24. März 2017 | 09:12 Uhr

Anscharkirche : Die weibliche Seite der Reformation

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Morgen eröffnet in der Anscharkirche eine Wanderausstellung über die Reformatorinnen.

Neumünster | Eine Wanderausstellung zum Thema Frauen in der Reformationsgeschichte mit dem Titel „...von gar nicht abschätzbarer Bedeutung“ wird ab morgen in der Anscharkirche zu sehen sein. Konzipiert wurde die Schau vom Frauenwerk der Nordkirche gemeinsam mit der Landesbibliothek und allen Frauensarbeitsgruppen in den Kirchenkreisen, erklärte Dagmar Krok vom Frauenwerk der Nordkirche. Gestern baute sie gemeinsam mit Natascha Heterscheid, Pastorin im Frauenwerk Altholstein, und Chantal Schierbecker, Referentin im Frauenwerk des Kirchenkreises Altholstein, die Exponate auf.

Die Idee zu der Ausstellung entstand im Jahr 2013. Die Organisatorinnen wollten etwas zum Reformationsjubiläum beitragen. Dabei war ihnen aufgefallen, dass die männlichen Protagonisten im Vordergrund stehen. „Es ging um einem Perspektivenwechsel hin zur weiblichen Seite der Reformation“, erklärte Dagmar Krok. Deshalb wurden alle Frauenwerke in der Nordkirche aufgefordert, vor Ort nach Reformatorinnen zu suchen. 60 Frauen wurden entdeckt. Aus jeder Region der Nordkirche sowie aus jedem Jahrhundert wurden 19 Beispiele ausgestellt. So ist in der Anscharkirche einiges über die Neumünsteraner Theologin Annemarie Grosch (1914 bis 2005) zu erfahren, die die erste Leiterin des Frauenwerks in Schleswig-Holstein wurde. Ebenfalls aus der Region kommt Anna Sophie Paulsen (1893 bis 1981). Sie war die erste an der Uni Kiel promovierte Theologin. Eines ihrer Anliegen war es, den Glauben in eine verständliche Sprache zu übersetzen. Ingeborg Sontag (1912 bis 2005) war Propstenehefrau und als Laientheologin in Segeberg und Kiel aktiv. Sie steht „für die vielen stillen Ehrenamtlichen“, hieß es.

Die Ausstellung wurde multimedial konzipiert. Neben Schautafeln gibt es Hörstationen, Videomaterial und vieles zum Anfassen. So kann der Besucher eine Theologinnen-Halskrause ausprobieren und Nachbildungen alter Münzen sehen, mit der die Dithmarscherin Wibe Junge (geboren 1485) einen Reformator vor dem Tod retten wollte. Die Ausstellung ist bis zum 13. März täglich von 12.30 bis 18.30 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. „Nachbar“ auf dieser Seite

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erstellt am 03.Mär.2017 | 08:17 Uhr

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