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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 17:27 Uhr

Grossenaspe : Die Tiere haben immer Hausrecht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Wildpark Eekholt bei Großenaspe dürfen zurzeit Kinder und Jugendliche hautnah in die Welt der Naturfilmer hineinschnuppern.

Grossenaspe | Wie man ein ganz persönliches Steinmardertattoo erhält, was eine Totale und eine Nahaufnahme unterscheidet, wie aufwändig Filmschnitt und Ton sind und wie viel Geduld es braucht, um in der Arbeit mit Tieren die gewünschte Einstellung zu bekommen, all das erleben zurzeit junge Menschen im Wildpark Eekholt unter fachkundiger Begleitung. Zum sechsten Mal hat das Naturfilmfestival Green Screen hier junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren aus ganz Deutschland zu Jugend-Naturfilmcamps in den Wildpark eingeladen.

Fünf Tage lang dreht sich in den Camps alles um den Naturfilm, bis hin zum fertigen Film. „Es ist eine ganz besondere Freude, das viele der Teilnehmer und Teilnehmerinnen bereits zum wiederholten Mal dabei sind und ihre Begeisterung auch mit den Neulingen teilen“, meinten die Kieler Projektbetreuer, der Kameraassistent Daniel Wehrend und Medienwissenschaftlerin Bernadett Skala bei der Arbeit mit den Jugendlichen in Eekholt. Der Dritte im Bund der Betreuer ist ein „alter Hase“ im Naturfilmgeschäft und hat sich auch im Alter von 75 Jahren seine Begeisterung für den Naturfilm bewahrt. Der erfahrene Filmemacher und Kameramann Dieter Hoese hat viel von der Welt gesehen, hat gemeinsam mit Naturfilmlegende Heinz Sielmann unvergessliche Momente in Wald, Wüste und Wildnis festgehalten und begeistert sich bis heute für die Förderung junger Menschen. „Ganz besonderer Dank gebührt auch den Menschen aus dem Wildpark“, meinte Projektbegleiter Daniel Wehrend. Ohne die Unterstützung durch den Wildpark, die fachliche Begleitung durch die Wildparkschule, die Unterstützung durch die Sielmannstiftung und besonders die Geduld der Tierpfleger und Betreuer, wäre das Projekt so kaum machbar.

Die jungen Filmemacher tauchen tief in die Welt des Naturfilms ein – vom Kontakt mit dem Tier bis hin zur Technik von Bild, Ton und Schnitt oder zum ersten Interview. Respekt und Achtung müssen ständige Begleiter sein, erfahren Marlene Michaelis (13) und Stella-Marie Groß (13) von Filmemacher Hoese. Die Mädchen haben sich das Thema „Handaufzucht – klein und allein?“ ausgesucht. Selbst im Käfig haben die Tiere Hausrecht. „Wir sind nur Gäste der Tierwelt“, schmunzelte Hoese, als die Mädchen vom Dreh am Vortag berichteten. Neben einigen Kratzern gab es dabei auch noch einen Biss in den Finger von einem Steinmarder. „Die sind halt etwas wild beim Spielen, und so kommt man eben zu einem ganz persönlichen Mardertattoo“, meinten die beiden Mädchen gelassen.

Vor der Tagesbesprechung mit den Teamkolleginnen Lena Greiner (14) und Lotta von Bargen (13), die sich um Schnitt und Ton kümmern, geht es noch einmal in das Storchengehege, wo ein Jungstorch von Tierpflegerin Kim Krecklow versorgt wird. Letzte Aufnahmen vor der Besprechung, dann geht ein langer Tag seinem Ende entgegen. Spannend, aufregend, aber auch anspruchsvoll und anstrengend, sagen die vier Mädchen aus der Gruppe. Ob sie Tier- und Naturfilmerinnen werden möchten? „Nein, eher Schauspielerin“, sagt Lotta von Bargen. Architektinist der Berufswunsch von Stella-Marie Groß. Auf jeden Fall sei es ein faszinierendes Hobby, urteilten die Mädchen.

In der kommenden Woche rückt ein neues Team junger Filmemacher in Großenaspe an. Die im Wildpark Eekholt hergestellten Filme werden schließlich im September auf dem internationalen Naturfilmfestival Green Screen in Eckernförde gezeigt. Hier diskutieren die jungen Filmemacher mit professionellen Naturfilmern über ihre Arbeit. Die besten Filme werden mit dem Eekholt-Nachwuchs-Filmpreis ausgezeichnet. Informationen zum Festival gibt es unter www.greenscreen-festival.de.  

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