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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 01:22 Uhr

Grossenaspe : Die Störche machen sich reisefertig

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Störche und ihr Nachwuchs fressen sich letzte Reserven für den langen Flug ins Winterquartier an. Störche sammeln sich in Eekholt.

Grossenaspe | Die Aufzucht der Störche war in diesem Jahr für die Eltern problematisch. Deswegen gibt es im Umland von Neumünster in diesem Jahr auch wenige Jungstörche: Es sind nur 23. Die Jungtiere und auch die alten Störche breiten sich gerade wieder auf den Abflug gen Süden vor. Im Wildpark Eekholt ist in diesen Tagen das Schauspiel zu beobachten, dass die Störche sich sammeln.

Hatten die Rückkehrer aus den Winterquartieren in Spanien und Afrika zunächst noch Hoffnung auf ein erfolgreiches Brutgeschäft gemacht, bereitete die trockene Witterung zurzeit des Schlüpfens vielen Storchenpaaren Probleme bei der Versorgung der Jungen. Das berichtet der Nabu-Ehrenvorsitzende und Storchenexperte, Peter Hildebrandt. „So fanden die Elterntiere kaum Regenwürmer für die Versorgung der kleinen Jungvögel, die in der Zeit nach dem Schlüpfen noch keine größeren Nahrungsbrocken herunterbekommen“, bedauerte Hildebrandt. Später kamen Hagelschauer, Starkregen und zu kalte Temperaturen hinzu. Manche Jungvögel ertranken in den Nestern oder starben an Unterkühlung. Hinzu kamen Revierkämpfe zwischen bereits eingetroffenen Störchen und Spätheimkehrern, was zum Verlust von Gelegen führte. Wie Hildebrandt erklärte, gab es heftige Kämpfe in Gnutz, Bargstedt und Ellerdorf. Dabei wurden die Gelege der Vorgänger zerstört. Auch in Bönebüttel musste das Storchenpaar sein Nest an der Schwale gegen später heimkehrende Konkurrenten verteidigen. Hier wurde nur ein Jungstorch groß. In Großharrie brütete das Storchenpaar auf Hof Sötje zunächst. Auch hier gab es Nestkämpfe. Kurz danach verschwand das Storchenmännchen, das mit einer Schnabelverletzung aus dem Winterquartier zurückgekehrt war. Das Weibchen blieb allein am Nest.

Nach dem schlechten Storchenjahr hoffen die Naturschützer und Horstbetreuer aus den Dörfern nun, dass möglichst viele der Jungen den Zug in die Winterquartiere gut überstehen und in drei bis vier Jahren als erwachsene Brutvögel zurückkehren.

Die Vorbereitung auf die lange Reise ist im Wildpark Eekholt bei Großenaspe jedes Jahr ein unvergleichliches Naturschauspiel. Auf der Wiesenfläche des weißen Rotwildes im Wildparkbereich Moor und Heide sammeln sich die frei lebenden Weißstörche. Sie nutzen das tägliche Futterangebot der Tierpfleger für die dort stehenden flugunfähigen und damit nicht ziehenden Störche, um sich zu stärken und Reserven für die kommende lange Reise in den Süden aufzunehmen. Die Eekholter Störche und somit auch die vielen Gaststörche werden mehrmals am Tag gefüttert. Seit Mitte August kommen noch stetig mehr Weißstörche an diese Futterstelle und sind gut zu beobachten, wenn sie Nahrung aufnehmen, sich ausruhen, umherspazieren und sich auf den Abflug vorbereiten. Wenn der Tierpfleger
zum Füttern auf die Wiese kommt, erheben sich sofort alle Vögel in die Luft und kreisen abwartend über dem Platz, bis der Tierpfleger wieder gegangen ist. Dann machen sich alle über das
frische Futter aus gehäckseltem Fisch her und genießen dieses Schlaraffenland. 













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