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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 00:20 Uhr

Tierheim : Die Stadt sucht einen neuen Betreiber

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Gespräch ist unter anderem der Parkplatz des alten Offizierskasinos der Hindenburgkaserne am Gefahrenabwehrzentrum.

Neumünster | Knapp vier Monate, nachdem die Veterinäraufsicht dem Tierschutzverein den Betrieb der Tierauffangstelle im Stadtwald wegen zahlreicher Mängel untersagt und umfassende Nachbesserungen gefordert hat, ist nun der Geduldsfaden gerissen. Ein letztes Ultimatum der Stadt an den Verein läuft morgen aus. „Wir haben bisher keine Rückmeldung bekommen. Deshalb werden jetzt verschiedene Optionen geprüft, wie es weitergeht“, teilte Stadtsprecher Stephan Beitz gestern auf Nachfrage mit. Dazu zählt auch die Suche nach einem neuen Betreiber und einem neuen Standort.

Unter anderem ins Blickfeld geraten ist nach Courier-Informationen der Parkplatz vor dem ehemaligen Offizierskasino der Hindenburgkaserne im jetzigen Gefahrenabwehrzentrum. Dort könnten Container aufgestellt werden. Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben sich schon umgesehen. Stephan Beitz will das nicht kommentieren, betont aber: „Eine Stadt wie Neumünster braucht ein leistungsfähiges Tierheim mit qualifiziertem Personal.“

Fundtiere und vom Amt beschlagnahmte Tiere werden zurzeit ins Tierheim Uhlenkroog nach Kiel gebracht (der Courier berichtete). Der Vertrag mit der dortigen Einrichtung läuft vorerst bis zum Jahresende. Er soll behelfsweise noch für einen kurzen Zeitraum verlängert werden, sagt Stephan Beitz. Davon weiß Leiterin Elisabeth Haase aber noch nichts: „An uns ist noch niemand deswegen herangetreten“, sagt sie. Verlängert werden könne der Vertrag auch nur bis zum Frühling. „Im Sommer sind wir erfahrungsgemäß ohnehin ausgelastet und können nicht auch noch Neumünster mit bedienen.“

Rund 50 Tiere hat die Kieler Einrichtung seit August aus Neumünster aufgenommen, in erster Linie Katzen, nur wenige Hunde. „Auffällig ist, dass die Tiere in der Regel jünger und in einem verwahrlosteren Zustand sind als die Tiere hier aus Kiel und dem Umland. Offenbar hat der Tierschutzverein in Neumünster versäumt, an Kastrations-Aktionen teilzunehmen und mehr aufzuklären“, rügt Elisabeth Haase und fügt an: „Dass viele Tiere krank und schwach sind, ist für uns hier schon ein Problem.“

Gisela Bünz, Vorsitzende des Neumünsteraner Tierschutzvereins, gab sich gestern wortkarg und resigniert. „Wir haben alles gemacht, was uns auferlegt wurde.“ Leider honoriere die Stadt das nicht. Noch immer kämen einige Leute, die ihre Tiere im Stadtwald abgeben wollen: „Die müssen wir dann an die Tierhilfe oder nach Kiel verweisen.“ Nur noch wenige Freigänger würden von den Helfern des Tierschutzvereins versorgt, sagt sie. Die zunächst geplante außerordentliche Mitgliederversammlung falle aus. Sie bringe ohnehin nichts. Gisela Bünz: „Am Ende wichtig ist doch, dass es den Tieren gut geht. Das wird leider viel zu oft vergessen.“

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erstellt am 29.Nov.2016 | 07:30 Uhr

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