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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 17:17 Uhr

Spektakuläre Festnahme : Die Räuber von Einfeld sind gefasst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die drei Neumünsteraner Täter wollten gerade in Wittorf erneut ein Rentnerpaar ausrauben. Doch die Polizei war schon mit dem SEK und Blendgranaten vor Ort.

Neumünster | Es müssen Szenen wie im Kriminalfilm gewesen sein. Mit einem spektakulären Zugriff legte die Polizei einem brutalen Räuber-Trio jetzt in Neumünster das Handwerk und klärte damit auch die Gewalttat aus dem Sommer in Einfeld auf. Der Raubüberfall, bei dem am 21. Juni ein älteres Ehepaar am Seewisch mit äußerster Gewalt zur Herausgabe von Hab und Gut gezwungen worden war, hatte über Monate viele Anwohner beschäftigt (der Courier berichtete).

Am Mittwochabend wollten drei Neumünsteraner (24, 29 und 45) offenbar erneut in das Haus eines Rentnerpaares – diesmal im Stadtteil Wittorf – einsteigen. Gegen 21.15 Uhr versuchten sie, die Terrassentür aufzuhebeln. Was das Trio nicht wusste: Die Polizei war ihm nach intensiven Ermittlungen seit Langem auf den Fersen und hatte den neuen Tatplan längst mitbekommen. Schon bevor die Männer zum Tatort nach Wittorf kamen, hatte sich dort die Polizei samt Spezialeinsatzkommando (SEK) im Dunkeln postiert. Auch ein Vertreter der Kieler Staatsanwaltschaft war vor Ort.

Als die drei Räuber gerade in das Haus eindringen wollten, erhellten plötzlich Blendgranaten die Nacht. Sofort spurteten die drei Männer los, versuchten noch zu flüchten. „Einer sprang noch über eine Hecke und zog sogar ein Pfefferspray aus der Tasche und setzte es gegen die Beamten ein“, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Doch alle Gegenwehr half nichts. Die drei Neumünsteraner wurden festgenommen. Bis in die frühen Morgenstunden ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft noch vor Ort und durchsuchten auch die Wohnungen der Tatverdächtigen. Auf Antrag der Kieler Staatsanwaltschaft wurden die Männer am Donnerstag dem Haftrichter beim Amtsgericht Neumünster vorgeführt. Gegen alle wurde Untersuchungshaft angeordnet. Sie befinden sich jetzt in der Justizvollzugsanstalt Neumünster. „Alle drei machen keine Angaben und lassen sich anwaltlich vertreten“, erklärte Polizeisprecher Rainer Wetzel. Die Staatsanwaltschaft Kiel und die Kriminalpolizei Neumünster ermitteln wegen schweren Raubes und gehen nach derzeitigem Ermittlungstand von detailliert geplanten Taten aus“, so der Sprecher. Darüber hinaus stehen die polizeibekannten Männer im Verdacht, in den vergangenen Wochen auch noch Einbrüche begangen zu haben – unter anderem in Gadeland und in Rethwisch (Kreis Steinburg). „Eindeutig sind schon jetzt Parallelen zu dem Einfelder Fall erkennbar – gerade was die Lebenssituation der Geschädigten betrifft und auch die Art und Weise der Tatbegehung“, erklärte Rainer Wetzel weiter.

Das Rentnerpaar aus Wittorf kam bei der spektakulären Festnahme am Mittwoch mit dem Schrecken davon. Für die Opfer aus Einfeld geht jetzt ein monatelanger Albtraum zu Ende. „Wir sind froh, dass die Täter endlich gefasst sind. Da hat die Polizei gute Arbeit gemacht“, hieß es von Seiten der Familie. Die alte Dame (73), die im Sommer Opfer wurde, war vor Erleichterung den Tränen nahe, als sie gestern von der Festnahme erfuhr. Besonders erleichtert sind die betroffenen Senioren darüber, „dass die Räuber jetzt nicht noch anderen alten Leuten so etwas antun können“. Jetzt hoffen sie auf eine angemessene Verurteilung.

Gegen 1 Uhr nachts war das Rentnerpaar in der Juninacht in seinem Haus am Seewisch von drei maskierten Räubern brutal überfallen worden. Die Täter nutzten damals eine günstige Gelegenheit, in das Haus einzudringen: Weil der Bewegungsmelder angegangen war, schaute die Bewohnerin zu der späten Stunde auf der Terrasse nach dem Rechten. Ihr Mann (75) saß zu diesem Zeitpunkt im Wohnzimmer. Mit äußerster Gewalt zwang das Trio die Frau dazu zu verraten, wo Wertsachen aufbewahrt werden. Laut Polizei erbeuteten die Männer damals einen „erheblichen Bargeldbetrag und Schmuck im Wert eines fünfstelligen Betrags“. Das Ehepaar wurde gefesselt und in einen kleinen Raum gesperrt. Erst gegen 3.30 Uhr konnte die Frau ihre Fesseln lockern und um Hilfe rufen. 

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erstellt am 05.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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