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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 15:19 Uhr

Neumünstrum : Die Kinderstadt kann kommen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Vorbereitungen für die vierte Auflage während der Sommerferien haben begonnen. Es werden noch Teilnehmer gesucht.

Neumünster | Die Abspaltung ist beschlossene Sache. Ab dem 25. Juli haben Verwaltung und Politik und selbst Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras keinen Einfluss mehr auf ein rund 1,5 Hektar großes Gelände an der Werderstraße – dann erklärt sich „Neumünstrum“ für selbstständig. Bis zu 550 Einwohner zwischen 8 und 14 Jahren soll die neue Kinderstadt haben und natürlich einen eigenen Bürgermeister – oder doch vielleicht wieder einen König oder eine Königin?

Fest steht: In dieser Stadt bestimmen nach 2005, 2007 und 2009 wieder die Kinder und Jugendlichen, was Sache ist, angefangen von der Staatsform über die Politik bis hin zur Berufswahl. Denn in Neumünstrum kann man vieles sein: Polizist, Bauarbeiter, Museumsleiter, Tischler, Koch, oder, oder, oder. „Wir bieten am Anfang mehr als 360 Berufe an, alles weitere entscheidet sich später“, sagt Neumünstrum-Organisator Ulf Schloßbauer vom offenen Ganztagsbereich an der Freiherr-vom-Stein-Schule. Die Jobbörse findet bereits am Sonnabend vor der Unabhängigkeits-Erklärung statt. Jeder Bewohner erhält einen eigenen Ausweis, ein Sparbuch und ein Begrüßungsgeld in der Stadtwährung Münzter. „Wir haben extra neue nummerierte Scheine gedruckt, weil es beim letzten Mal einen spektakulären Bankraub gab und die Beute bis heute nicht wieder vollständig aufgetaucht ist“, sagt Ulf Schloßbauer.

Das zeigt schon: In Neumünstrum wird es nie langweilig. Abwahlen von Bürgermeistern, neue Existenzgründungen oder diverse Verbrechen stehen auf der Tagesordnung. 2009 gab es sogar einige Millionäre, die ein Spielcasino betrieben und sich trotz exorbitant hoher Steuern „dumm und dusselig verdienten“, wie Schloßbauer schmunzelnd bemerkt.

Oberstes Ziel der Kinderstadt ist es, Spaß zu haben, aber ganz nebenbei lernen die Teilnehmer auch, wie die Gesellschaft funktioniert, wie man sich einbringen kann, welche Berufe es gibt. „Wir hatten damals einen Jungen dabei, der in der Tischlerei in Neumünstrum angestellt war und nun im realen Leben seine Lehre als Zimmermann angefangen hat“, sagt Ulf Schloßbauer.

Unterstützt wird das Projekt wieder vom Technischen Betriebszentrum, das unter anderem die Holzbuden und Zelte aufbaut, aber auch durch den Jugendverband, die Stadtbücherei, die Freiherr-vom-Stein-Schule, viele Firmen und den Verein Lichtblick für Körper- und Mehrfachbehinderte. In der zweiten Woche können nämlich auch behinderte Kinder teilnehmen. Ein gemeinsames, stadtübergreifendes Projekt ist in Planung.

Gut 50 Betreuer sind im Einsatz, viele von ihnen haben früher selbst an Neumünstrum teilgenommen. „Es gibt sogar zehn Teamer, die beim Jugendverband extra eine Jugendleiterausbildung für die Kinderstadt absolviert haben“, berichtet Ulf Schloßbauer.

Die Vorbereitungen laufen also. Selbst das Gemüse, das in Neumünstrum verzehrt oder verkauft werden soll, wird schon gezogen, nämlich im Schulgarten der Freiherr-vom-Stein-Schule. Noch werden viele Teilnehmer gesucht (alle Infos links), ebenso Sponsoren für Geld- oder Sachspenden und Helfer für den Aufbau.

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erstellt am 25.Mai.2016 | 08:15 Uhr

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