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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 12:44 Uhr

Neumünstrum : Die Kinderstadt hat einen Bürgermeister

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Lasse Zöllner (14) aus Gadeland wurde mit klarem Vorsprung zum Stadtoberhaupt gewählt. Jetzt soll der Lohn erhöht werden.

Neumünster | Am Montag war Neumünstrum  noch führungslos. Doch seit gestern hat die Kinderstadt an der Werderstraße ein offizielles Oberhaupt. Als um 15.30 Uhr das Wahllokal im Rathaus schloss und mit der Auszählung der Stimmen begonnen wurde, war schnell klar, dass das Ergebnis eindeutig ausfallen würde. Der 14-jährige Lasse Zöllner aus Gadeland konnte 102 Stimmen für sich verbuchen und verwies seine Mitbewerber Jakob Schüler (13) und Hannah Gardthausen (11) damit locker in die Schranken.  Sie übernehmen nun die Ämter des 1. und 2. Stadtrates. Insgesamt waren 234 Kinder zur Wahl aufgerufen, 192 davon hatten ihre Stimme abgegeben. Vier Stimmen wurden als ungültig gewertet.

Bei dem Gewinner herrschte die pure Begeisterung. „Ich freue mich, dass ich gewonnen habe, weil ich unbedingt Bürgermeister werden wollte“, sagte Lasse Zöllner nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. Dass die Chancen dafür gut stehen, war ihm schon im Laufe des Tages bewusst geworden. „Ich hatte ziemlich viele Leute, die mich unterstützen, von daher war ich guter Dinge“, sagte der künftige Neuntklässler der Gemeinschaftsschule Brachenfeld.

Pläne für seine Amtszeit hat Lasse Zöllner bereits. „Ich werde auf jeden Fall den Lohn erhöhen“, kündigte der neue Bürgermeister an und erntete damit viel Zustimmung. Aktuell verdienen die Kinder acht Münzter pro Stunde, davon werden zwei Münzter Steuern abgezogen. Wer jedoch auf eine  Steuersenkung hofft,  wird enttäuscht: „Die wird es mit mir nicht geben. Es darf schließlich keine Inflation entstehen, denn dann geht alles den Bach runter.“

Weiterhin plant das neue Stadtoberhaupt, die Befugnisse der Polizei einzuschränken. So will er  die Passkontrolle innerhalb der Kinderstadt streichen. Aktuell müssen die Bewohner Strafe zahlen, wenn sie sich in Neumünstrum nicht jederzeit ausweisen können. Diese Idee stieß bei der Polizei auf wenig Anklang – genauso wenig wie Lasse Zöllners dritte Ankündigung, das gerade gebaute Gefängnis nicht zu benutzen. Polizistin Louisa Dreger war davon nicht begeistert: „Wir finden das nicht gut. Das Gefängnis wurde gerade erst gebaut.“ Außerdem gebe es klare Regeln in der Kinderstadt, erklärte die 14-Jährige: „Wer seinen Bußgeldbescheid nicht bezahlt, bekommt die doppelte Strafe. Und wer dann immer noch nicht zahlt, der kommt ins Gefängnis.“ Der neue Bürgermeister sah das jedoch völlig anders. „Hier soll niemand eingesperrt werden“, begründete Lasse Zöllner seinen Plan.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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