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Holsteinischer Courier

01. Juli 2016 | 01:10 Uhr

Zu wenig Nachwuchs : Die Feuerwehr denkt über Fusion nach

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens kündigt Rückzug vom Köstenlauf an.

Neumünster | Die Freiwillige Feuerwehr Gadeland wird aktuell nicht mit der Wittorfer Wehr fusionieren, ist für Veränderungen aber offen. Das erklärten Sven Kasulke, Chef der Berufsfeuerwehr, Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens und Ortswehrführer Heiko Kaack jetzt im Stadtteilbeirat.

In einem sehr eindringlichen Vortrag hob Kasulke hervor, dass Veränderungen in der Feuerwehr-Struktur in den kommenden Jahren unausweichlich seien. „Gadeland wird einem Gutachten zufolge bis 2030 insgesamt 6000 Einwohner verlieren.

„Es fehlt also der Nachwuchs“, sagte Kasulke. Zudem verändere sich die Gesellschaft stark. Die Arbeitsbelastung, gerade für gute Kräfte, steige enorm. Damit falle Zeit für ein so anspruchsvolles Ehrenamt wie die Feuerwehr weg. Junge Leute würden zwar nach wie vor punktuell helfen, wie etwa beim Elbe-Hochwasser, sich aber nicht mehr an eine Institution fest binden wollen, erläuterte der Feuerwehrchef. Und: Der Rückhalt von Partnern und Arbeitgebern lasse immer weiter nach. „Wenn wir jetzt diese Probleme nicht angehen, bekommen wir in zehn Jahren ein echtes Problem“, sagte Kasulke. Fusionen bedeuteten keinen Identitätsverlust der Wehren, betonte er. Die Wehrhäuser in den Stadtteilen blieben vorerst erhalten.

Im Brandschutzausschuss am 19. April wollen Kasulke und Jürgens einen 15-Punkte-Plan vorstellen, der die Zukunft der Feuerwehr in der Stadt sichern soll. Neben Fusionen gehe es dabei „um ein ganzes Bündel an Maßnahmen“, um die Einsatzkraft und -stärke in der Stadt halten zu können.

Stadtbrandmeister Klaus-Peter Jürgens kündigte außerdem an, dass die Freiwillige Feuerwehr in diesem Jahr zum letzten Mal das Sicherheits- und Streckenpersonal für den Holstenköste-Lauf stellen wird. „Wir ziehen uns aus dieser nicht feuerwehroriginären Aufgabe zurück.“ Er gehe davon aus, dass ohne diese Unterstützung ab 2017 der Lauf dann nicht mehr stattfinden könne, sagte Jürgens.

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erstellt am 24.Mär.2016 | 13:30 Uhr

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