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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 17:14 Uhr

Trappenkamp : Dicke Luft: Trabi kippt zwei Beschlüsse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zwei SPD-Gemeindevertreter fehlten während der Sitzung. Die Bürgerinitiative hatte die Mehrheit

Trappenkamp | In Trappenkamp hängt der Haussegen schief. Während der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag nahm die Trabi-Fraktion die Abwesenheit von zwei SPD-Mitgliedern wahr, um Beschlüsse zur Kindergartenentwicklung und zum Feuerwehrneubau zu kippen.

Bürgermeister Harald Krille (SPD) ist nach der Sitzung der Trappenkamper Gemeindevertretung am Donnerstagabend enttäuscht. Zwei SPD-Mitglieder konnten an der Sitzung nicht teilnehmen. Damit hatte die Wählergemeinschaft Trabi in den Beschlussfassungen mit acht anwesenden Mitgliedern eine Stimme mehr als die SPD mit sieben Anwesenden. Zwei wesentliche Beratungspunkte wurden in der Sitzung von der Bürgerinitiative gekippt: das Awo-Konzept für neue Kita-Plätze und der Umzug der Feuerwehr.

Zurzeit fehlen 33 Betreuungsplätze, so die Mitteilung aus den drei Trappenkamper Tagesstätten Pusteblume, Arche Noah und Igelwiese. Außerdem rechnet Trappenkamps Bürgermeister Harald Krille mit weiterem Platzbedarf durch den Zuzug junger Familien in den Neubaugebieten der Gemeinde. „Um den akuten Bedarf an Kita-Plätzen in Trappenkamp zu befriedigen, hatte ich die drei in Trappenkamp tätigen Träger gebeten, Konzepte vorzulegen, wie dieser Missstand beseitigt werden kann“, erklärte Krille. Nachdem die Arche Noah und die Igelwiese in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Investitionen getätigt und sich auch baulich entwickelt hatten, kam hierzu nur ein Vorschlag von der Pusteblume in Trägerschaft der Awo Schleswig-Holstein: Nach einer Übergangslösung mit zwei Containern sollte in einem neuen Anbau Platz geschaffen werden. „Diese Lösung ist auch personal- und verwaltungstechnisch gut tragbar“, meinte Kita-Leiterin Cordula Schultz. Die Kosten hierfür müssten mit etwa einer Million Euro angesetzt werden. Hierfür könnten Fördergelder von bis zu 75 Prozent der Baukosten eingeworben werden, so Harald Krille. Geblieben ist von dem Awo-Vorschlag jetzt nur die auf einen Zeitraum von einem Jahr befristete Aufstellung der Container für zwei Gruppen und die erforderliche Erweiterung der Betriebserlaubnis, da die Trabi-Fraktion das Projekt ablehnte.

Von der Trabi-Wählergemeinschaft wird ein Standort im alten Aldi-Gebäude an der Erfurter Straße zur Diskussion gestellt, das hiernach auch als neues Zuhause des Jugendzentrums dienen könnte. Das allerdings könnte auch nach bisherigen Ideen aus der Gemeinde in die heutige Feuerwehrzentrale einziehen, denn die Feuerwehr soll ein neues Gebäude erhalten. Nur liegen auch hierfür die Pläne zunächst auf Eis.

Wie Feuerwehrleiter Marco Dorwo mitteilte, hat sich die Feuerwehr bereits um einen Standort bemüht. Auf einem 4000 Quadratmeter großen Grundstück der Hanse-Bioenergie könnte auf Basis eines feuerwehrfreundlichen Erbpachtvertrages ein Neubau der Feuerwache an der Hermannstädter Straße entstehen. Die Trabi-Wählergemeinschaft sieht den Standort eher auf einem Waldgrundstück an der Erfurter Straße und lehnte den vorgeschlagenen Standort ab.

„Dadurch können jetzt noch keine Förderanträge gestellt und es kann keine Architektenplanung in Auftrag gegeben werden. Wir verlieren Monate“, meinte enttäuscht Trappenkamps Bürgermeister Harald Krille. Die Feuerwehr habe weiterhin keine Planungssicherheit. „Die Eltern von Kindern im Kita-Alter, die zum Teil seit Jahren auf einen Platz warten, werden mich fragen: ,Und wo werden unsere Kinder denn nach diesem einen Jahr betreut, wenn die Container wieder abgebaut werden?’“, meinte Krille sauer über den Beschluss.

Anders sieht das Sven-Uwe Jahn, Vorsitzender der Trabi-Fraktion. „Wir sind weder gegen Kinder, noch gegen die Entwicklung für die Feuerwehr“, sagte Jahn. Allerdings sei die Fraktion nicht bereit, die Schnellschüsse der SPD immer mitzutragen. Deswegen soll mit den Containern zunächst auf die Bedarfssituation reagiert werden.“ Ob die Kinderzahlen nach Schätzung führender Institute bleiben, sei fragwürdig. Es gebe zu viele offene Fragen, so Jahn.

Für die Trabi-Fraktion stelle ein Multifunktionsgebäude, wie es im ehemaligen Aldi-Gebäude darstellbar sei, eine kostengünstigere Alternative, die zu überdenken sei. Das werde von der SPD-Fraktion bislang schlicht ignoriert. Zum abgelehnten Standort für den Neubau einer Feuerwache gebe es noch Bedenken wegen der Rechtssicherheit eines möglichen Erbpachtvertrages. Ohne eine genaue Prüfung wolle die Fraktion das Vorhaben so nicht mittragen. Das hätte nichts mit Gehässigkeit und Ausnutzung der Mehrheitssituation am Donnerstag zu tun. Jetzt seien Kompromisse und Nacharbeiten der Vorschläge gefragt.  

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