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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 16:42 Uhr

FEK : Der zweite Abschnitt wird eine OP am offenen Herzen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vom 70er-Jahre-Krankenhaus-Bau werden vier Stockwerke abgebrochen, und darauf kommen zwei neue / Die Psychiatrie kommt endlich ins Erdgeschoss

Neumünster | Eigentlich hätte der Komplettumbau des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) schon fertig sein sollen, stattdessen laufen jetzt die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt auf Hochtouren. Deutlich teurer wird das ganze Projekt auch, aber: „Durch die Neuplanung kriegen wir jetzt ein noch viel besseres Krankenhaus mit mehr Fläche“, sagt der Geschäftsführer Alfred von Dollen.

Zur Erinnerung: Beim ersten Bauabschnitt gab es wegen der langen Bauzeit, neuer gesetzlicher Vorgaben und nachträglicher Änderungen deutliche Kostensteigerungen und Ärger mit dem Generalplaner. Von dem trennte sich der Aufsichtsrat, engagierte mit Uwe Mumm einen neuen Fachmann, und der überplante den zweiten BA mit viel Erfahrung und Kreativität. Das Sozialministerium griff noch einmal in die Taschen – und nun laufen die letzten Genehmigungsverfahren. Anfang 2017 wird der Südflügel des kreuzförmigen Baus aus den 1970er-Jahren (mit den Stationen 33, 43, 53 und 63) abgebrochen, ein Jahr später mit dem Hochbau begonnen, und 2020 soll alles fertig sein.

Das Projekt ist eine unglaublich aufwändige Operation am offenen Herzen, denn natürlich geht der Krankenhausbetrieb weiter. Die Organisation muss ein Meisterstück werden.

Im Gegensatz zur ersten Planung wird der Kreuzbau nicht komplett abgerissen, sondern in weiten Teilen nur bis zum Dach des zweiten Stocks zurückgebaut. Auch der ehemalige Zentral-OP daneben bleibt stehen, wird nur entkernt. „Darauf setzen wir zwei neue Stockwerke mit zusätzlichen Stützen. Das ist statisch exakt berechnet. Es hält!“, sagt Matthias von Appen, der Technische Leiter im FEK. Das geplante Atrium ist gestrichen und wird durch zwei Lichthöfe ersetzt. Dadurch gewinnt das FEK in vier Stockwerken insgesamt 28 zusätzliche Zimmer.

Der vordere Teil des Kreuzes (zur Friesenstraße hin) wird komplett abgerissen; dort entsteht der neue Eingangsbereich, der sehr sanft ein Stockwerk überwindet. Auch die beiden Flachbauten an der Friesenstraße bleiben stehen.

Eine komplett neue Notfallambulanz mit viel mehr Platz und besserer Aufteilung als heute entsteht im neuen Funktionsgebäude – mit fünf überdachten Plätzen für Rettungswagen davor. Die Wartezeiten in der Ambulanz sollen sich durch ein komplett neues Konzept deutlich verkürzen, haben die Ärzte berechnet. Die psychiatrischen Abteilungen werden aus dem sechsten Stock ins Erdgeschoss verlegt. Die Zeiten der verschlossenen Fenster sind dann vorbei; auch suizidgefährdete Patienten können dann endlich in einem Innenhof ins Freie.

Alfred von Dollen ist sicher: „Das neue Konzept ist ein Befreiungsschlag, der uns 5000 zusätzliche Quadratmeter bringt.“ Und von Dollen hat längst gelernt, dass nachträgliche Änderungen die Kosten und den Zeitplan beim Bauen killen.

Er geht zwar 2018 in den Ruhestand, sagt aber an die Adresse aller Beteiligten ganz klar: „Ich ändere an diesem Bau nichts mehr!“

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erstellt am 27.Aug.2016 | 09:15 Uhr

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