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Holsteinischer Courier

27. September 2016 | 07:18 Uhr

Informationstag : Der Weiße Ring stellte seine Arbeit vor

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mit einem Informationsstand klärte die Opfer-Hilfsorganisation über ihr Angebot und einen Filmwettbewerb gegen Mobbing auf.

Neumünster | Mit einem Aktionstag machte die Opferhilfsorganisation „Weißer Ring“ am Sonnabend in der Holsten-Galerie auf sich aufmerksam. Sechs Ehrenamtler gaben interessierten Passanten professionelle Auskünfte über Gewaltprävention und Hilfe für Opfer von Kriminalität. „Viele wollen auch einfach nur reden“, berichtete Ann-Cathrin Necker-Püschel vom Infostand.

Obwohl es den „Weißen Ring“ bundesweit mittlerweile seit 40 Jahren gibt (der Courier berichtete), ist die Hilfsorganisation vielen noch unbekannt, wie Iris Lüder berichtete: „Ein älterer Mensch erzählte, dass er von uns gerne vor einem Jahr gewusst hätte. Da wurde bei ihm eingebrochen, und er leide immer noch darunter. Besonders beunruhigt ihn, dass er in den Verlauf der Ermittlungen nicht einbezogen war und nun nicht weiß, wer überhaupt verurteilt wurde.“

„Ob Mobbing, Einbruch oder körperliche Gewalt – stets ist der Täter im Mittelpunkt, das Opfer wird zum Beweismittel“, kritisierte Ann-Cathrin Necker-Püschel. „Der Staat muss sich um beide Seiten kümmern“, forderte die Buchhalterin.

Praktische Hilfe konnte Iris Lüder, die seit elf Jahren beim Weißen Ring arbeitet, dem verunsicherten Bestohlenen in Aussicht stellen: „Man kann über einen Anwalt Akteneinsicht verlangen. Es ist den Opfern ganz wichtig, Fragezeichen zu löschen.“ Die Sozialpädagogin weiß, worauf es ankommt, kann aber auch Grenzen ziehen: „Wir sind das Ohr und die Schulter. Aber um zu helfen, müssen wir eine professionelle Distanz aufbauen.“

Auf Interesse bei den Passanten stieß auch das Beratungsangebot der Polizei sowie der Firmen Elektro-Klee und Hauschildt zum Thema Einbruchsschutz. „Besonders die Sicherung von Fenstern und Türen werden nachgefragt“, sagte Martin Philipp, Kommissar beim Ersten Polizeirevier. Er bietet auch kostenlose Sicherheitsberatung vor Ort an.

Jura-Studentin Britt Kasparek machte mit einem Plakat darauf aufmerksam, dass in den kommenden Wochen alle fünften bis zehnten Schulklassen im Land eingeladen werden, an einem Filmwettbewerb zum Thema Mobbing – insbesondere Mobbing im Internet – teilzunehmen. „Wir wollen Courage gegen Cyber-Mobbing wecken“, erklärte sie das Projekt „Mut gegen Wut“, das unter der Schirmherrschaft des Innenministeriums steht.

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