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Holsteinischer Courier

24. April 2014 | 17:14 Uhr

Großflecken-Sperrung - Der Rat muss entscheiden

vom

Beruhigen oder beschleunigen? Der Verkehr in Neumünster muss wegen des neuen Einkaufszentrums neu geregelt werden.

Neumünster | Mit monatelanger Verzögerung hat die Stadtverwaltung am Freitag das Verkehrsgutachten für das Einkaufszentrum (EKZ) in der Neumünsteraner Innenstadt und die Verträglichkeitsanalyse vorgestellt. Bezüglich der Sperrung des Großfleckens für den Durchgangsverkehr ruderte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras ein Stück weit zurück.
Seine Aussage aus dem Courier-Interview vom 21. Juli ("Ohne Sperrung kein Einkaufszentrum") nahm er zurück. "Ich musste mich durch das Gutachten eines Besseren belehren lassen", sagte Tauras. Denn die Gutachterin Loana Eichholz vom Ingenieurbüro Masuch und Olbrisch (Oststeinbek) sieht für die Kreuzung am Gänsemarkt zwei Möglichkeiten, wenn das EKZ gebaut wird: Sperrung des Großfleckens oder Ausbau der Kreuzung.

Zwei Spuren?

Derzeit ist die Kreuzung in der Hauptverkehrszeit "in allen zur Verfügung stehenden Signalprogrammen überlastet", schreibt die Gutachterin. Grund sei neben vielen Autos "die große Anzahl an Fußgänger- und Radfahrerquerungen". Das EKZ zieht aber zusätzlichen Verkehr an. Tauras: "Wenn wir das Einkaufszentrum bauen, müssen wir diese Kreuzung irgendwie entlasten. Sonst wäre der Bebauungsplan rechtswidrig."
Die Gutachterin schlägt auf der Großfleckenseite kurz vor der Kreuzung eine Verbreiterung der Fahrbahn auf zwei Spuren vor: eine für Linksabbieger, eine für geradeaus und rechts. Die Fahrbahn auf dem Kuhberg müsste vor der Kreuzung sogar dreispurig ausgebaut werden: je eine Spur für links, geradeaus und rechts. Auf der Großfleckenseite wäre Platz vorhanden; auf dem Kuhberg müssten Parkplätze entfallen und Bäume gefällt werden. Die Radwege müssten nicht angetastet werden.

Beruhigen oder beschleunigen?

Tauras plädiert weiter für die Sperrung des Großfleckens, will aber die Ratsversammlung mit ins Boot holen. Am kommenden Donnerstag werden auf einer (öffentlichen) Sondersitzung des Hauptausschusses die Gutachten vorgestellt (17 Uhr, Rathaus). Anschließend soll ohne Öffentlichkeit über das weitere Verfahren gesprochen werden. "Wenn wir das Einkaufszentrum wollen, muss der Rat entscheiden, ob wir den Verkehr auf Kuhberg und Großflecken beruhigen oder beschleunigen sollen. Wir können es aus rechtlichen Gründen nur nicht lassen, wie es jetzt ist", sagte Tauras. Vorher sollte der Bauausschuss noch eine Bürgerbeteiligung beschließen, meinte der OB.

Er stellte auch die Ergebnisse einer Analyse vor, wie sich EKZ und DOC auf den Handel in Neumünster und in den Nachbargemeinden auswirken werden. Im Sortiment Bekleidung ist demnach im schlimmsten Fall mit diesen Umsatzrückgängen zu rechnen: Neumünster 30 Prozent, Bordesholm 15 Prozent, Nortorf 13 Prozent, Hohenwestedt und Wahlstedt 12 Prozent. Innerhalb der Stadt droht Nortex das größte Minus: bis zu 22 Prozent weniger Umsatz. Andere Standorte verlieren ebenfalls: Störpark 20, a+b-Center 19, Freesen-Center 18 Prozent (jeweils nur Bekleidung).

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Die Zahlen klingen dramatisch, sind aber für die Landesplanung im Innenministerium offenbar kein Grund, in Neumünster einzuschreiten. In einem ersten Gespräch wurden von der oberen Behörde keine grundsätzlichen Bedenken geäußert, sagte Tauras.
 

von Thorsten Geil
erstellt am 20.Aug.2012 | 12:02 Uhr

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01. | J. Ditmarsia | 20.08.2012 | 22:32 Uhr
NMS21

überlegenswert wäre auch die Tieferlegung des KFZ-Verkehres oder die Höherlegung des Fußgängerverkehres, dann aber bitte mit Fahrstuhlangeboten für Behinderte. Wer braucht dieses EKZ? Die wachstumsbeschleunigungsInteressierten Händler von China-Produkten oder die von den etablierten Parteien/Banken in die Armut gepresste Bürger?
Das EKZ ist so überflüssig wie die architektonisch verkitschte Retrofassade des Outletcenters.

02. | Michael Zacher | 19.08.2012 | 13:27 Uhr
Keine Linksabbieger mehr!

Einfache Lösung, um die Gänsemarkt-Kreuzung zu entlasten: In allen Richtungen KEINE Linksabbieger mehr zulassen. Dadurch werden bestimmt 30% des Durchgangsverkehrs auf andere Strecken geleitet und der Geradeaus-Verkehr wird nicht mehr durch Linksabbieger ausgebremst. Und bevor man kostenträchtige Umbauten realisiert ohne 100%ig zu wissen, dass der gewünschte Erfolg eintritt, wäre ein Linksabbieger-Verbot mit wenigen Verkehrsschildern schnell bewerkstelligt. Einen Test sollte es zumindest wert sein. MZ

03. | Fabian Wenk | 18.08.2012 | 10:32 Uhr
Verkehrbeschleunigung

Ich wäre für einen Kreisverkehr auf der Kreuzung am Gänsemarkt und evtl. eine Verbreiterung der Fahrspur auf dem Großflecken. Wenn man zwei Zebrastreifen oder eine Fußgängerampel aufbaut, können die Passanten auch bequem die Straßenseite wechseln. Vielleicht denkt man auch wieder über den Bau der Fußgängertunnel nach, diesesmal mit mehr Beleuchtung und Videoüberwachung.

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