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Holsteinischer Courier

21. Dezember 2014 | 07:49 Uhr

Großflecken-Sperrung : Der Rat muss entscheiden

vom

Beruhigen oder beschleunigen? Der Verkehr in Neumünster muss wegen des neuen Einkaufszentrums neu geregelt werden.

Neumünster | Mit monatelanger Verzögerung hat die Stadtverwaltung am Freitag das Verkehrsgutachten für das Einkaufszentrum (EKZ) in der Neumünsteraner Innenstadt und die Verträglichkeitsanalyse vorgestellt. Bezüglich der Sperrung des Großfleckens für den Durchgangsverkehr ruderte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras ein Stück weit zurück.
Seine Aussage aus dem Courier-Interview vom 21. Juli ("Ohne Sperrung kein Einkaufszentrum") nahm er zurück. "Ich musste mich durch das Gutachten eines Besseren belehren lassen", sagte Tauras. Denn die Gutachterin Loana Eichholz vom Ingenieurbüro Masuch und Olbrisch (Oststeinbek) sieht für die Kreuzung am Gänsemarkt zwei Möglichkeiten, wenn das EKZ gebaut wird: Sperrung des Großfleckens oder Ausbau der Kreuzung.

Zwei Spuren?

Derzeit ist die Kreuzung in der Hauptverkehrszeit "in allen zur Verfügung stehenden Signalprogrammen überlastet", schreibt die Gutachterin. Grund sei neben vielen Autos "die große Anzahl an Fußgänger- und Radfahrerquerungen". Das EKZ zieht aber zusätzlichen Verkehr an. Tauras: "Wenn wir das Einkaufszentrum bauen, müssen wir diese Kreuzung irgendwie entlasten. Sonst wäre der Bebauungsplan rechtswidrig."
Die Gutachterin schlägt auf der Großfleckenseite kurz vor der Kreuzung eine Verbreiterung der Fahrbahn auf zwei Spuren vor: eine für Linksabbieger, eine für geradeaus und rechts. Die Fahrbahn auf dem Kuhberg müsste vor der Kreuzung sogar dreispurig ausgebaut werden: je eine Spur für links, geradeaus und rechts. Auf der Großfleckenseite wäre Platz vorhanden; auf dem Kuhberg müssten Parkplätze entfallen und Bäume gefällt werden. Die Radwege müssten nicht angetastet werden.

Beruhigen oder beschleunigen?

Tauras plädiert weiter für die Sperrung des Großfleckens, will aber die Ratsversammlung mit ins Boot holen. Am kommenden Donnerstag werden auf einer (öffentlichen) Sondersitzung des Hauptausschusses die Gutachten vorgestellt (17 Uhr, Rathaus). Anschließend soll ohne Öffentlichkeit über das weitere Verfahren gesprochen werden. "Wenn wir das Einkaufszentrum wollen, muss der Rat entscheiden, ob wir den Verkehr auf Kuhberg und Großflecken beruhigen oder beschleunigen sollen. Wir können es aus rechtlichen Gründen nur nicht lassen, wie es jetzt ist", sagte Tauras. Vorher sollte der Bauausschuss noch eine Bürgerbeteiligung beschließen, meinte der OB.

Er stellte auch die Ergebnisse einer Analyse vor, wie sich EKZ und DOC auf den Handel in Neumünster und in den Nachbargemeinden auswirken werden. Im Sortiment Bekleidung ist demnach im schlimmsten Fall mit diesen Umsatzrückgängen zu rechnen: Neumünster 30 Prozent, Bordesholm 15 Prozent, Nortorf 13 Prozent, Hohenwestedt und Wahlstedt 12 Prozent. Innerhalb der Stadt droht Nortex das größte Minus: bis zu 22 Prozent weniger Umsatz. Andere Standorte verlieren ebenfalls: Störpark 20, a+b-Center 19, Freesen-Center 18 Prozent (jeweils nur Bekleidung).

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Die Zahlen klingen dramatisch, sind aber für die Landesplanung im Innenministerium offenbar kein Grund, in Neumünster einzuschreiten. In einem ersten Gespräch wurden von der oberen Behörde keine grundsätzlichen Bedenken geäußert, sagte Tauras.
 

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erstellt am 20.Aug.2012 | 12:02 Uhr

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