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Holsteinischer Courier

26. März 2017 | 05:36 Uhr

Neumünster singt und spielt : Der Nachwuchs stürmte die Bühne

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim 18. Festival entzückten über 30 Gruppen 1300 Zuschauer / Ein Hingucker waren die Tänzer

Neumünster | Es waren vor allem die jungen Akteure, denen am Wochenende beim 18. Chor- und Musikfestival „Neumünster singt und spielt“ (Neusus) die Herzen des Publikums zuflogen. 1300 Zuschauer erlebten in drei Vorstellungen im Theater in der Stadthalle ein buntes Potpourri vieler musikalischer Stilrichtungen.

Die Helfer hinter den Kulissen staunten nicht schlecht: Immer noch mehr? Im Gänsemarsch schleuste sich ein riesiger Trupp Kinder kichernd und aufgeregt auf die Bühne. Ist das wie ein Sack Flöhe zu hüten? „Schlimmer“, rief Musiklehrer Dr. Wilfried „Fiete“ Schlüter lachend. Doch als sich am Sonnabendabend der Vorhang hob, meisterten die 106 Alexander-von-Humboldt-Schüler souverän ihren Auftritt.

Afrikanische Spirituals, bayrische Blasmusik, Samba, Gospels, Seefahrer-Shantys, Steptanz: Das Festivalteam unter Leitung von Johannes Nikolaysen hatte erneut eine Mischung „querbeet“ zusammengestellt. Gegen Lampenfieber halfen Naschis: Vor dem Auftritt verteilten Betreuer sie an die große Humboldt-Schüler-Schar. Dann der große Moment: Josephine Lukowski (16) als „Lehrerkontrolle“ kommandierte Chorleiter Schlüter herum und befahl professionelle Konsonantenübung – und Schlüter gab sich geschlagen.

Souverän marschierten viele „Neusus“-Profis auf – das SVT-Blasorchester, der Chor Einigkeit Wittorf, der Holstein-Chor, der Mädchen-Musikzug und die Bordesholmer Liedertafel. „Auch Männer können Liebeslieder singen“, moderierte dessen Chorleiter Matthias Teupke launig. Seine Sänger gestanden schmachtend „Ich lieb nur Dich allein“ und boten ganz altmodisch etwas fürs Herz.

Viel Lob gab es von den Rednern – allen voran von Landtagspräsident Klaus Schlie: Mit viel Freude, Elan und Spaß seien alle dabei, lobte er das „fantastische Programm“ und die „großartige Veranstaltung“: „Sie bereichern Neumünster. Hier wird die verbindende Kraft der Musik spür- und hörbar.“ OB Dr. Olaf Tauras lobte die Tatkraft und das Engagement von Organisatoren und Akteuren: „Zu sehen ist, wie viele großartige Künstler Neumünster zu bieten hat.“

Für ihre kulturellen Verdienste erhielt Ursel Schmidt den goldenen Notenschlüssel der Festivalgemeinschaft. Sie ist langjähriges Mitglied der Niederdeutschen Bühne, gründete den Verein Herbstsonne, ist wortgewandte Konzert-Moderatorin, engagiert sich im SHMF-Beirat. „Sie hat sich einen Namen in der Kulturszene gemacht“, sagte Nikolaysen. Ursel Schmidt nahm gerührt den Schlüssel von Festivalgründer Ortwin Kaschner entgegen, der sich freute, wie seine Veranstaltung „so wächst und gedeiht“.

„Da kann man gar nicht auf dem Stuhl sitzen bleiben“, sagten die Zuschauer Jolanta Stepiem (46) und Alina Root aus Neumünster zur Bratz-Band. „Das ist beeindruckend und faszinierend“, lobte Heidrun Kammer (58) aus Wasbek. Sie dachte an die Arbeit, die dahintersteckt: „Wie viele Stunden haben Lehrer und Schüler geopfert? Das ist beeindruckend.


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erstellt am 13.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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