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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 11:57 Uhr

„Der Markt ist für uns alle mittlerweile zur eigenen Marke geworden“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

9000 Besucher an vier Tagen, prächtige Stimmung und eine riesige Auswahl an kunsthandwerklichen Kostbarkeiten. Der Martinsmarkt in Bissee spielt inzwischen in seiner eigenen Liga der höchsten Ansprüche und zeigt auch beim 35. Mal keine Abnutzungserscheinungen.

„Der Markt ist für uns alle mittlerweile zur eigenen Marke geworden“, erklärt Karin Russ vom Antikhof Bissee und veweist auf den enormen Zusammenhalt aller Gruppen im Dorf und auf immer neue Herausforderungen, denen sich jedes Mal die Veranstalter stellen.

Und ein jedes Mal freuen sich die Organisatoren über das gute Gelingen, wenn 50 Aussteller ihre Leckereien, Möbel, Schmuck oder Bekleidung im großen Getümmel präsentieren. So auch Tina Schuster aus Schmalstede, die sich auf die Herstellung von Gamaschen, Stulpen und Manschetten spezialisiert hat und dabei jedes Stück als Unikat herausbringt. „Hauptsache hübsch“ ist dabei ihre oberste Maxime, aber natürlich sollen die Sachen auch tragbar sein und sehen an der Frau dann auch hinreißend aus. Der Stil wirkt dabei nur auf den ersten Blick altertümlich, beim genauen Hinsehen entwickelt sich vielmehr eine Art von Zeitlosigkeit. Heraus kommt schließlich „Mode für mutige Leute“, wie Tina Schuster behauptet.

Um Trends oder Moden schert sich Barbara Jamin-Sassmanshausen aus Gehrde bei Osnabrück nicht, die mit ihren „Weide-Skulpturen“ skurrile und mysteriöse Kunstwerke geschaffen hat. Eigenbrötlerisch und auch ein wenig unheimlich trotzen sie ihrem Dasein im Garten des Antikhofes und verraten zunächst nichts über ihre besondere Entstehung. „Die Windfee“, „Die Königin“ und „Die Tänzerin“ vereinigt dabei ihr stabiler Kern aus Eisen, der ihnen ein sicheres Stehvermögen beschert. Drumherum bindet die gelernte Keramikerin dann ein Gerüst aus Weideholz, das dem Ganzen eine Statur und ein Bild gibt. Langlebig sind die drei Grazien nicht, nach drei Jahren ist es vorbei mit der Standhaftigkeit, dann verrotten die Werke oder taugen gar zum Anzünden. Für die Künstlerin ist das ein gewollter Effekt: „Ich arbeite mit Vergänglichkeit“,beschreibt sie ihren Ansatz. „Für die Ewigkeit sind meine Werke nicht geschaffen.“ Die Erprobungsphase hat von Anfang der 1990er-Jahre über zehn Jahre bis zur Ausstellungsreife gedauert, und Barbara Sassmanshausen hat somit große Beharrlichkeit bewiesen. „Ich bin eben ein Original“, sagt sie und rückt noch einmal näher an „Die Tänzerin“ heran. 






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erstellt am 07.Nov.2016 | 09:58 Uhr

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