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Holsteinischer Courier

21. Februar 2017 | 04:25 Uhr

Rendswühren : Der Mais-Anbau hat viele Regeln

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Rendswühren trafen sich die Experten zum Maisfeldtag des Verbandes Landwirtschaftlicher Fachbildung Neumünster.

Rendswühren | Beim Maisfeldtag des Verbandes Landwirtschaftlicher Fachbildung Neumünster ging es um mehr als die beste Sorte und die höchsten Erträge im Maisanbau. 34 Bauern und landwirtschaftliche Saatgutberater trafen sich auf der Fläche von Lohnunternehmer Joachim Blunk in Rendswühren, um einen Blick auf die vielversprechendsten Maissorten für die schleswig-holsteinischen Anbaugebiete zu werfen.

Neben der Diskussion über Energiegehalte, Abreifezeitpunkte, Saattermine, Trockenmasse in der Silage, erforderlichen Pflanzenschutz und Erntetermine, ging es um den Anbau von Zwischenfrüchten, Düngeoptimierung und Bodenverbesserungen.

Das Karussell einer sich verändernden Landwirtschaft dreht sich schnell, wissen die Bauern. „Längst stehen etwa Themen wie der Zwischenfruchtanbau nicht nur auf der Forderungsliste, um die ökologischen Vorgaben zu erfüllen“, begrüßten Rainer Solterbeck und Christian Storm aus dem Vorstand des Fachverbandes die Diskussion auf der Versuchsanbaufläche für zwölf verschiedene Maissorten und mehrere Flächen für die sogenannten Zwischenfrüchte. Volumix, Babexx, Messago, Farmfire, Sunstar oder Benedicto, so unterschiedlich sich die Namen der aktuellen Maiszüchtungen lesen, so gering sind die sichtbaren Unterschiede für den Laien. Für die Landwirte hingegen spielen Verdaulichkeit beim Futtermais oder Stärkegehalte beim Energiemais und standortgerechte Sortenwahl eine durchaus in der Kasse spürbare Rolle.

Daneben standen die Zwischenfruchtmischungen. Die Grünpflanzen wie Phacelia, Sandhafer, Sonnenblumen oder Ölrettich dienen der Bodenverbesserung, helfen gegen Bodenerosion, halten Stickstoff in den oberen Bodenschichten, senken das Risiko des Schädlingsbefalls und sorgen für eine gesunde Bodenstruktur.

„Mit der anstehenden Neuordnung der Düngeverordnung kommen neue Herausforderungen auf die Landwirte zu“, meinte Berater Andreas Krallinger. Achtung sei bei der Sortenwahl geboten, so die Empfehlung der Fachberater. Der Einsatz zertifizierter Saatmischungen verhindere unter anderem die Einschleppung unerwünschter Viren oder Pilze.

Die Saaten stammen teilweise aus Sachsen, Polen, Ungarn oder auch aus Afrika, berichtete Krallinger. So etwa stammt das ölhaltige Ramtillkraut, auch Nigersamen oder Nigersaat genannt, aus Afrika. Nicht bei allen Pflanzen ist eine Einschleppung zu befürchten, berichteten die Landwirte. So frieren etwa viele Gründüngerpflanzen im Winter kaputt und können keine Saat bilden.

„Zu den sich verändernden Rahmenbedingungen kommt eine immer ausgefeiltere Technik bei der Düngung, etwa der Gülleausbringung“, meinte Joachim Blunk. Gut 164  000 Hektar Mais wurden dieses Jahr in Schleswig-Holstein angebaut. Das entspricht grob gerechnet der zweifachen Fläche Hamburgs oder rund einem Viertel der Ackerfläche Schleswig-Holsteins.

Im Anbaugebiet rund um Neumünster dürfte auf etwa 20 Prozent der Ackerfläche Mais stehen, hieß es. Die Schwerpunkte bleiben trotz Mais als Biomasse für Biogasanlagen Raps und Weizen. An Standorten mit leichten Böden gibt es noch Roggen und Hafer, die allerdings mengenmäßig keine große Bedeutung haben.

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erstellt am 14.Sep.2016 | 17:00 Uhr

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