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Holsteinischer Courier

02. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Fundsachenverkauf in Neumünster : Der Hammer fällt nur noch online

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt verkauft Fundsachen zum zweiten Mal im Internet. Die klassische Versteigerung gibt es vorerst nicht mehr.

Neumünster | Es ist eine Schatzkiste voller verlorener Gegenstände: Vor allem Handys und Schmuck gehören zum bunten Sortiment, das sich in diesem Jahr im Fundbüro der Stadt am Großflecken 59 angesammelt hat. Aber auch zwei Motorroller sind dabei. All diese Dinge aus dem Sammelsurium werden jetzt versteigert. Noch bis Montag, 21. November, sind sie online auf www.loprio.de zu haben.

Bereits zum zweiten Mal findet die Versteigerung via Internet statt. Im vergangenen Jahr wurden 35 Artikel angeboten, 24 davon wurden ersteigert. In diesem Jahr sind schon über 50 Teile zu haben. Langfristig möchten die Mitarbeiter des Fundbüros mehr als nur ein Mal im Jahr eine Versteigerung anbieten. „Deshalb haben wir uns für die Online-Variante entschieden. So ist es möglich, besondere Fundsachen spontan anzubieten“, erklärt Karin Jahn, die seit Februar im Fundbüro arbeitet. Für die Bieter hat das den Vorteil, dass sie sich nicht sofort entscheiden müssen. Die aktuelle Internet-Versteigerung läuft drei Wochen. Die altbekannte Auktion, bei der die Sachen regelrecht unter den Hammer kommen, gibt es zurzeit nicht mehr.

„Momentan haben wir 14 Gebote. Wir sind selbst gespannt, wie sich das entwickelt und was am besten wegkommt. Bisher sind die Handys der Marke Samsung am beliebtesten. Aber auch Lautsprecher bekommen viele Klicks“, sagt Karin Jahn. Damit die Bieter sich ein möglichst eindeutiges Bild von dem Angebot machen können, fotografieren die drei Mitarbeiterinnen die verlorenen Gegenstände und stellen sie dann mit einer Kurzbeschreibung auf die Plattform im Internet. „Die Produkte sind auf der Seite in einer Liste einsehbar. Dort können sie angeklickt werden, bekommen ein Startgebot, und dieses gilt es zu überbieten“, erklärt Karin Jahn das Reglement. In der Nacht zu Dienstag um Mitternacht ist die Auktion vorbei. Am nächsten Tag werden die Höchstbietenden ermittelt und die ersteigerten Sachen verschickt.

Während im vergangenen Jahr aus Datenschutzgründen keine Handys angeboten werden durften, haben die Mitarbeiterinnen für dieses Jahr eine Lösung gefunden. „Die Handys schicken wir an eine Firma nach Berlin. Dort werden alle Daten von den Geräten gelöscht. Alles wird auf Werkseinstellung zurückgesetzt. Das kostet uns 25 Euro, deshalb beginnt das Gebot bei Handys auch bei dieser Summe“, erläutert Karin Jahn. Häufig im Sortiment ist auch Modeschmuck. „Da liegen die meisten Startgebote bei einem Euro“, fügt sie hinzu.

Deutlich höher steigen die beiden Motorroller ein, die in diesem Jahr im Angebot sind: „Da liegt das Startgebot bei 50 Euro. Wie die zu uns gekommen sind, können wir auch nicht erklären. Wahrscheinlich wurden sie von der Stadt konfisziert“, sagt Karin Jahn.

Doch es wird auch so manche Kuriosität im Fundbüro abgegeben. Im vergangenen Jahr waren zum Beispiel auch Gebisse dabei – die gehen natürlich nicht in die Auktion. Am häufigsten schmücken verlorene Schlüssel die Räume des Fundbüros. Dutzende hängen an einer Wand. „Die werden oft verloren. Darunter sind sogar Autoschlüssel, das ist sehr verwunderlich, da sie so teuer sind“, meint Karin Jahn. In die Versteigerung gehen sie ebenfalls nicht. Stattdessen werden sie nach Ende der Aufbewahrungsfrist vernichtet. Denn die Besitzer von abgegebenen Gegenständen haben ein halbes Jahr Zeit, ehe die Fundsachen versteigert oder vernichtet werden.

Ein Großteil der verlorenen Schätze findet aber seinen Weg zum Eigentümer zurück. Manchmal spielen sich dabei rührende Szenen ab, weiß Karin Jahn: „Einmal kam ein junges Mädchen mit ihrer Mutter vorbei. Sie hatte ihr Handy verloren. Als sie ihr Telefon tatsächlich bei uns wiederfand, brach sie in Tränen aus. Das ist dann natürlich schön, wenn man Menschen eine Freude machen kann.“

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erstellt am 17.Nov.2016 | 18:31 Uhr

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