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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 09:37 Uhr

Bordesholm : Der Film soll wie ein Pop-Song wirken

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zur Schulkinowoche kam der Cutter des Films „Tschik“ ins Bordesholmer Savoy-Kino und sprach mit Jugendlichen.

Bordesholm | Der mehrfach ausgezeichnete Bestsellerroman „Tschick“ des verstorbenen Autoren Wolfgang Herrndorf begeistert seit seiner Erstveröffentlichung 2010 Groß und Klein. Seit September läuft nun auch die mitreißende Verfilmung des Hamburger Erfolgsregisseurs Fatih Akin in den Kinos. Gestern kamen im Rahmen der Schulkinowochen etwa 160 Acht- bis Zehntklässler aus Bordesholm und Nortorf in den Genuss des Films und tauschten das Klassenzimmer gegen das Savoy-Kino. In Neumünster gab es vier Veranstaltungen zur Schulkinowoche mit über 4400 Anmeldungen.

„Wir möchten den Schülern ästhetische Bildung vermitteln und auf einen kritischen Umgang mit Medien hinwirken“, erklärte die Organisatorin Kirsten Geißelbrecht gestern in Bordesholm. Als besonderes Bonbon war Andrew Bird, der Cutter von „Tschick“, dabei und stand nach der Vorstellung den Schülern Rede und Antwort. Moderiert wurde die Fragestunde von Felix Arnold. „Wir wollten, dass der Film wie ein guter Pop-Song wirkt“, sagte der Cutter über den Roadmovie, der einen Sommer im Leben zweier Jungen erzählt.

Wichtig bei der Romanadaption war dem Filmteam dabei Nähe zur literarischen Vorlage: „Wir wollten, dass Wolfgang Herrndorf stolz darauf gewesen wäre“, sagte der gebürtige Brite Bird weiter. Kennengelernt hat der enge Vertraute von Fatih Akin den 2013 verstorbenen Schriftsteller nicht. „Aber mir gefällt die Geschichte sehr gut, und ich sehe den Film immer wieder gerne. Man bekommt als Erwachsener einen nostalgischen Blick auf die Kindheit“, sagte Andrew Bird.

Fünf Monate hat er aus den etwa 30 Stunden Filmmaterial die besten Szenen heraus gesucht und zusammengesetzt. „Erst einmal schaut man tagelang nur das Rohmaterial an, bevor der Schnitt losgeht“, schilderte er. „Ein Film ist gut, wenn man gepackt wird und nicht merkt, wie der Film gemacht wurde“, sagte Bird. Die Rolle des Cutters im Team verglich er mit einem Bassisten in einer Musikband: „Man bemerkt ihn erst, wenn er fehlt.“ Dennoch habe ein Cutter einen enormen Einfluss auf das gesamte Ergebnis: „Man kann den Rollen mehr Glaubwürdigkeit verleihen oder auch die Leistung der Schauspieler noch akzentuieren.“ Kürzlich hat Andrew Bird mit der Schauspielerin Angelina Jolie einen Film gedreht. Gefragt nach möglichen Unterschieden zu deutschem Kino meinte er: „Dort hat man mehr Geld zur Verfügung.“ Der Lehrer Thorben Peters von der Hans-Brüggemann-Schule in Bordesholm hat den neunten Jahrgang begleitet und hat das Buch während seiner Studienzeit gelesen: „Es ist im Film schön umgesetzt.“ Auch den Schülern Ewald Lukas (15), Oliver Krisch (14) und Nick Willrodt-Sander (14) gefiel die rasante Abenteuergeschichte. „Ich mag die Spontaneität der Jungs. Sie fahren einfach drauf los, hinein ins Ungewisse“, erklärte Ewald Lukas die Faszination.  

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