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Holsteinischer Courier

31. Mai 2016 | 12:04 Uhr

Max-Johannsen-Brücke : Der Containerumschlag ist eröffnet

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neue Firma Intermodal betreibt den Kombiverkehrsterminal. 50 000 Laster jährlich sollen abgefertigt werden.

Neumünster | Es dauerte rund ein halbes Jahr länger als erwartet, aber nun ist es soweit: Der Kombiverkehrsterminal unter der Max-Johannsen-Brücke hat seine Arbeit offiziell aufgenommen. Die neu gegründete Gesellschaft Intermodal betreibt den Umschlagplatz für Container, die von der Schiene auf die Straße und umgekehrt verladen werden. Die Geschäftsführer Jenny Jensen-Danielsen, ihr Bruder Jens Danielsen sowie der technische Geschäftsführer Ingo Dewald stellten gestern beeindruckende Pläne vor.

Rund 6 Millionen Euro will Intermodal in die Entwicklung der Fläche investieren. Der befestigte Bereich wird von derzeit rund 3000 auf 40  000 Quadratmeter erweitert. Dafür sollen zahlreiche Gleise unter der Max-Johannsen-Brücke zurückgebaut werden. In den kommenden Monaten entsteht zudem ein Büro mit einem sogenannten Check-In-Schalter. „Wir wollen spätestens ab dem Sommer fünf bis sechs Züge täglich abfertigen“, sagt Ingo Dewald, der auch Geschäftsführer der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft Niebüll (NEG) ist. Zehn neue Arbeitsplätze sind geplant. Insgesamt sollen über 2000 Container pro Jahr umgesattelt und rund 50  000 Laster be- und entladen werden.

Der erste große Auftrag ist schon seit Herbst vergangenen Jahres unter Dach und Fach. Mehrmals pro Woche bringen Züge Kalksteinmehl und Zement aus Geseke bei Dortmund nach Neumünster. Das Material ist für eine große Bauservice-Firma in Osterrönfeld bestimmt, die am Kanal Hybridtürme für Windkraftanlagen baut. Doch das ist erst der Anfang: Nach Auskunft von Jenny Jensen-Danielsen laufen Verhandlungen mit dem Seehafen Kiel und dem Hamburger Hafen. „Die Stellflächen dort werden immer knapper. Wir könnten die Container hier verladen und direkt auf der Schiene zu den Schiffen bringen“, sagte sie. Zusätzlich wollen die Betreiber einen weiteren großen Fisch an Land ziehen: „Es ist gut möglich, dass hier das Material für den Ausbau der A  7 ankommt“, so Jens Danielsen. Eine weitere Option brachte gestern der Landtagsabgeordnete Dr. Andreas Tietze (Grüne) bei einem Besuch ins Spiel: Müll von den nordfriesischen Inseln, der in die Neumünsteraner Müllverbrennung kommt. „Das sind große Mengen, das lohnt sich“, sagte er.

„Die Schiene ist umweltfreundlich und kann deutlich mehr transportieren als ein Laster. Außerdem steht sie beim A7-Ausbau nicht im Stau“, erklärte Jens Danielsen. Ingo Dewald ergänzte: „Neumünster liegt sehr zentral, die Fläche hier ist optimal.“ Größere Güter-Verladestationen gibt es derzeit nur in Padborg (Dänemark) und Hamburg-Maschen.

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erstellt am 13.Feb.2015 | 05:00 Uhr

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