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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Innenstadt : Demonstrationen verliefen friedlich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

43 Rechtsextremen standen am Sonnabend 250 Gegendemonstranten gegenüber / Ein Großaufgebot an Polizisten verhinderte Zusammenstöße

Neumünster | Eine Demonstration von 43 Rechtsextremen hat am Sonnabend zu erheblichen Behinderungen in der Innenstadt geführt. Die Polizei hielt die Gruppe um den Neumünsteraner NPD-Ratsherrn Mark Michael Proch mit einem Großaufgebot von Beamten von rund 250 Gegendemonstranten fern, die mit Pfiffen, Musik und lautem Rufen die Kundgebung zu stören versuchten. Proch hatte die Veranstaltung unter dem Titel „Gemeinsam für unser Deutschland – Volkswillen umsetzen“ angemeldet. Sie fiel jedoch deutlich kürzer aus als ursprünglich vorgesehen.

Im Einsatz waren hunderte Polizisten der Landespolizei aus Neumünster, Eutin und Mecklenburg-Vorpommern mit Wasserwerfern und Räumfahrzeugen sowie mehr als 180 Beamte der Bundespolizei.

Ein Hubschrauber der Bundespolizei aus Bad Bramstedt flog bereits am Vormittag die Bahnhöfe rund um Neumünster ab, um zu kontrollieren, ob anreisende Demonstranten an anderen Stationen aus den Zügen steigen. Einen Zwischenfall gab es im Zug von Bad Oldesloe. Dort nahmen Beamte die Personalien von etwa 30 Linksautonomen auf, die versuchten, Kameras in den Waggons abzumontieren. Gegen 12.20 Uhr reisten die meisten Teilnehmer der rechten Kundgebung ebenfalls mit dem Zug an, darunter Jörn Lemke, stellvertretender Landesverbandsvorsitzender und Landespressesprecher der NPD. Vor Ort war auch Thomas Wulff, ehemaliger Vorsitzender des Hamburger NPD-Landesverbands.

Aber ihr geplanter mehrstündiger Marsch durch die Innenstadt wurde am frühen Nachmittag nach längeren Verhandlungen mit der Stadt wesentlich verkürzt, um die Sicherheit zu gewährleisten, so die Polizei. Etwa 250 Gegendemonstranten blockierten nämlich den Kuhberg in Höhe der Sparkasse und die Straße am Gänsemarkt. Daraufhin zogen die Rechten über die Rendsburger Straße, Friedrichstraße, Färberstraße und Bahnhofstraße zurück zum Konrad-Adenauer-Platz. Die aufgeheizte Stimmung bei einer Zwischenkundgebung vor dem Haus der Aktion Jugendzentrum (AJZ) an der Friedrichstraße kühlte ein kräftiger Regenschauer etwas ab. Gegen 15 Uhr beendeten die Demonstranten dann ihre Kundgebung und reisten mit Zügen wieder ab. Ursprünglich hatten sie ihren Protestzug bis 18.30 Uhr geplant.

„Die Zusammenarbeit mit der Landespolizei erfolgte sehr gut abgestimmt und professionell. Die Abreise der Versammlungsteilnehmer verlief reibungslos“, teilte Hanspeter Schwartz, Pressesprecher der Bundespolizei, am Abend mit. Und auch Polizeisprecher Sönke Hinrichs zog ein positives Fazit: „Wir hatten keinerlei Zwischenfälle. Unsere Einsatzstrategie, die beiden Lager konsequent auseinander zu halten, ist voll aufgegangen.“
 

 

 

 

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erstellt am 24.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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