zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 03:24 Uhr

Handwerkskammer : Dem Handwerk fehlen Auszubildende

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Handwerkskammer Lübeck meldet einen Rückgang der abgeschlossenen Verträge in Neumünster. Experten sprechen von „Momentaufnahme“

Neumünster | Die Handwerkskammer Lübeck freut sich über ein deutliches Plus an abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Während Kreise wie Pinneberg, Lübeck oder Segeberg deutlichen Zuwachs vermelden, sind die Zahlen in Neumünster jedoch rückläufig.

„Im Vorjahr hatten wir in Neumünster zum jetzigen Zeitpunkt 140 eingereichte Lehrverträge, aktuell sind es 124 Stück“, sagte Ulf Grünke, Pressesprecher der Handwerkskammer Lübeck. Insgesamt wurden im Zuständigkeitsbereich der Handwerkskammer Lübeck bislang 2198 neue Ausbildungsverträge für 2016 registriert. Das sind 241 mehr als im Juni letzten Jahres (plus 12,31 Prozent).

Die Gründe für den Rückgang in Neumünster seien schwer abzuschätzen: „Es kann damit zusammenhängen, dass bestimmte Betriebe bereits Lehrlinge haben, die in diesem Jahr auslernen, und die Firmen von daher eine Ausbildungspause einlegen. Außerdem kann sich die Situation bis zum Ausbildungsstart am 1. August oder 1. September durchaus noch ändern. Vielleicht haben die Segeberger oder Pinneberger ihre Verträge einfach früher eingereicht“, sagt Grünke und macht deutlich: „Von einer nachlassenden Ausbildungsbereitschaft kann man in Neumünster nicht sprechen, dafür ist der Unterschied zum Vorjahr auch viel zu gering.“

Das bestätigt auch Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck: „Es handelt sich bei diesen Zahlen lediglich um eine Momentaufnahme.“ Ähnlich sieht es auch Carsten Bruhn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein. „Es ist denkbar, dass noch nicht alle Lehrverträge bei der Kammer eingereicht wurden. Aus den Gesprächen mit den Betrieben stellen wir allerdings fest, dass die Bewerbungen rückläufig sind. Durch alle Branchen weg sind Plätze frei.“

Über die Gründe kann Bruhn nur spekulieren: „Zum einen haben junge Leute mit guten Zeugnissen natürlich eine größere Auswahl, was die Ausbildungsplätze angeht. Viele sind zudem auch noch unschlüssig und entscheiden sich für den Besuch einer weiterführenden Schule. Und in einigen Fällen fehlt den Bewerbern einfach die Ausbildungsfähigkeit.“

Bei dem Bauunternehmen Hans Wagner an der Friedrich-Wöhler-Straße hatte man dagegen keine Probleme, Auszubildende zu finden. „Bei uns sind alle vier Ausbildungsplätze zum Hochbaufacharbeiter belegt. Wir bieten Schülern bereits die Chance, ein Praktikum bei uns zu machen und daraus ergeben sich oft Ausbildungsverträge“, sagt Mitarbeiterin Vera Böge. Auch im Ausbesserungswerk an der Kieler Straße sind fast alle Ausbildungsplätze besetzt. „Bis auf zwei Stück sind alle 14 Plätze im gewerblich-technischen Bereich belegt. Wir hatten keine Probleme, Azubis zu finden“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Jul.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen