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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Rotunde an der Bahnhofstrasse : Das Landesamt wird jetzt aktiv

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kieler Denkmalpfleger wollen auf die Stadt zugehen. Die Verhandlungen zwischen Bahn und Stadt laufen weiter, Streitpunkt ist die Grundstücksgröße.

Neumünster | Neue Runde in der nicht enden wollenden Geschichte um die denkmalgeschützte Bedürfnisanstalt an der Bahnhofstraße: Nun ist auch das Kieler Landesamt für Denkmalpflege auf den Fall aufmerksam geworden und will auf die Stadt zugehen. Die verhandelt weiter mit der Deutschen Bahn (DB) als Eigentümer über den Erwerb der sogenannten Rotunde. Seit vier Jahren ist das im 19. Jahrhundert errichtete Kleinod mittlerweile mit einem Bauzaun abgesperrt und verfällt, mehrere Fernsehsender haben über die Posse bereits berichtet, so etwa Guido Cantz in seiner WDR-Verbraucher-Show „Wie geil ist das denn?“

„Im äußersten Fall kann das Landesamt gemäß Denkmalschutzgesetz die Sicherung des Baudenkmals auf eigene Kosten in Auftrag geben und die Kosten dann dem Eigentümer in Rechnung stellen“, sagt Oliver Breuer, Sprecher des zuständigen Ministeriums für Justiz, Kultur und Europa. Dann müsste die Bahn zahlen, denn sie ist nach Auskunft von Ute Spieler noch immer im Besitz des Pissoirs. Die Verkaufs-Verhandlungen verliefen zäh, räumt die Fachdienstleiterin Stadtplanung und Stadtentwicklung ein. Immerhin: Wollte die Bahn ursprünglich nur das Gebäude ohne Grundstück veräußern (der Courier berichtete), so ist der Konzern nun bereit, auch die umliegende Fläche mit abzugeben – nach Information des Couriers sogar im Komplett-Paket für einen symbolischen Preis von einem Euro. Doch nun gibt es Streit um die Größe dieser Fläche. 25 Quadratmeter ist die Bahn offenbar bereit zu veräußern, die Stadt möchte aber gerne 40 bis 60 Quadratmeter. Hintergrund: „Wir wollen auch die Infrastruktur, wie zum Beispiel Kanalrohre, mit sanieren und dafür dann nicht immer auf das Gelände der Bahn. Denn das würde zu viele Umstände machen“, erklärt Ute Spieler.

DB-Sprecherin Sabine Brunkhorst bedauert auf Nachfrage, dass die Verhandlungen noch immer nicht abgeschlossen sind, betont aber weiter: „Die Pissoir-Fläche muss als Zuwegung zur künftigen Baustelle für die Erneuerung der Eisenbahnbrücke zur Verfügung stehen.“ Wie berichtet will die Bahn voraussichtlich im kommenden Jahr die über 100 Jahre alte Brücke stufenweise abreißen und neu bauen, weil der Stahl rostig ist und die Betonfundamente erneuert werden müssen.

Wie geht es nun weiter? Ute Spieler ist vorsichtig optimistisch: „Ich hoffe, dass wir noch in diesem Jahr zu einem Ergebnis kommen, und nicht erst zum Ende des Jahres“, sagt sie. Gibt es tatsächlich eine Einigung, kann das Denkmal ihren Angaben zufolge auch weiterhin sofort saniert werden: „Die veranschlagten 60  000 Euro dafür stehen nach wie vor bereit.“

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erstellt am 04.Mai.2016 | 08:00 Uhr

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