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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 11:17 Uhr

Nach dem Schlaganfall : Dankeschön-Kuchen für die Retter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Heike Gralow aus Aukrug wollte sich bedanken bei den Menschen, die ihr das Leben gerettet haben

Neumünster | Solche Momente möchte man eigentlich nie erleben: Am 6. Mai gegen 8 Uhr hatte Heike Gralow (75) aus Aukrug einen Schlaganfall. Ihr Lebensgefährte Friedrich Schröder (79) kam ins Wohnzimmer, sah sie auf dem Teppich liegen. „Ruf’ den Notarzt“, konnte sie noch sagen. In kürzester Zeit war der Rettungswagen vor Ort – und für diese schnelle Aktion, die ihr vermutlich das Leben rettete, hat sich die Aukrugerin gestern mit selbstgebackenem Kuchen auf der Feuerwache bedankt.

Einer ihrer Retter war Brandschutzanwärter Sebastian Marquardt. Er erinnerte sich noch gut an diesen Einsatz. „Ich habe mit Ihnen gesprochen, aber es war nicht zu erkennen, ob Sie das noch mitbekommen haben“, sagte er. Heike Gralow wurde ins FEK gebracht, dann in die Uniklinik Kiel. „Ich hatte ein Blutgerinnsel im Gehirn, blieb eine Woche in der Klinik. Durch Medikamente ist das dann beseitigt worden“, sagte Heike Gralow. Sie ist sehr dankbar für die schnelle Hilfe, denn so blieben ihr schlimme Spätfolgen erspart. Sie kann wieder gehen, stehen und sprechen.

Die Hilfe soll und muss so schnell kommen: „Wir müssen innerhalb von eineinhalb Minuten nach dem Alarm ausrücken, das wird auch elektronisch festgehalten“, erklärt Einsatzleiter Stefan Hennig. Fälle wie Heike Gralow (Schlaganfall, Herzinfarkt, Verkehrs- oder Arbeitsunfälle) laufen beim Rettungsdienst auf. „Es geht um Minuten oder Sekunden“, sagt Hennig. Der Rettungsdienst fährt etwa 20 000 Einsätze pro Jahr. In den letzten Jahren gab es einen massiven Anstieg.

Die Retter wissen, dass sie wichtige Arbeit leisten und oft Leben retten. „Einen Kuchen als Dankeschön kriegen wir allerdings nur ein paar Mal im Jahr, manchmal auch Karten oder Dankesschreiben“, sagt Hennig. Und eine persönliche Begegnung mit denjenigen, die vor Ort waren, ist auch eher selten.

Hennig rät allen, die einen Notfall melden: „Deutlich Namen, Telefonnummer und Adresse angeben, genau beschreiben, was wann passiert ist, und sagen, wie viele Betroffene es gibt, zum Beispiel bei Feuer. Und bitte unbedingt abwarten, bis unsere Kollegen das Gespräch beenden und nicht vorher vor lauter Aufregung auflegen.“

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erstellt am 31.Jul.2016 | 09:00 Uhr

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