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Holsteinischer Courier

29. August 2016 | 10:53 Uhr

Informationsbesuch : Chinesen lernen Ausbildung in Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wirtschaftsbosse und Studenten erkunden in Neumünster die Kooperation zwischen Staat und Firmen

Neumünster | Wie lassen sich Ausbildung von Staat und Unternehmen am besten miteinander verknüpfen? Wie profitieren Studierende und Unternehmen davon? Und welche Erfolge lassen sich daraus für die Gesamtwirtschaft gewinnen? – Das sind einige der Fragen, auf die eine Delegation von Wirtschaftsmanagern, Bildungspolitikern und Studenten aus der chinesischen Millionenmetropole Dalian während eines Deutschland-Besuchs Antworten sucht – drei Tage lang auch in Neumünster.

Der Abstecher nach Neumünster – zuvor standen München und Stuttgart auf dem Reiseprogramm – kommt dabei nicht ganz zufällig: Die Kontakte zwischen Neumünster und der chinesischen Industrieregion, rund 500 Kilometer östlich von Peking gelegen, haben eine jahrelange Tradition, erläuterte Dr. Wolfgang Krickhahn, ehemaliger Chef der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, der die Gäste gestern zu einem Empfang im Rathaus begleitete.

Die Chinesen zeigten großes Interesse daran, das deutsche System der dualen Ausbildung aus eigener Anschauung zu studieren, erklärte Krickhahn. Die systematische Verzahnung von betrieblicher und staatlicher Ausbildung sei in China – wie in den meisten Regionen der Welt – nahezu unbekannt, erklärte Krickhahn, der den Informationsaustausch mit den chinesischen Partnern seinerzeit mit aufgebaut hatte und bis heute mit begleitet.

Erste Station des Blitzbesuchs in Neumünsters war gestern Morgen die Walther-Lehmkuhl-Schule, wo unter anderem das System der Regionalen Bildungszentren vorgestellt wurde. Am Nachmittag ließen sich die Besucher die praktische Ausbildung in der Mercedes-Vertretung Süverkrüp & Ahrendt am Grünen Weg erklären.

Auch dieser Besuch war sorgfältig ausgesucht: Der 15-köpfigen Delegation gehören auch zwei hochrangige Vorständler der Tiansi-Group an, die in der chinesischen Millionenstadt neben Finanzdienstleitungen auch im Autohandel engagiert ist. Der Konzern leistet sich eine eigene private Fachhochschule, an der im vergangenen Sommer sechs angehende Kfz-Mechatroniker für den Deutschland-Besuch ausgewählt worden waren. Die Studenten hatten sich mit Deutschkursen auf ihren Besuch in Europa vorbereitet und hoffen jetzt auf Praktika oder Ausbildungsphasen in deutschen Unternehmen.

Begleitet wurde die Gruppe von Ninglong Xi. Der Chef einer chinesischen Denkfabrik für Strategie und Management ist ein Neffe von Staatschef Xi Jinping.

Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras begrüßten die Gäste gestern Morgen im Alten Rathaus. Tauras stellte dabei die vielfältigen Handelsbeziehungen Neumünsters nach China heraus, etwa über das „Chinese Business Center“ (CBC) im Gründerzentrum Log-In.

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erstellt am 02.Feb.2016 | 07:00 Uhr

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