zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 03:35 Uhr

Ministerin-Besuch : Chance auf mehr Geld für die Bücherei

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kultusministerin Anke Spoorendonk zu Besuch / Gut aufgestellte Bibliotheken können zusätzliche Fördermittel bekommen

Neumünster | Büchereien sind ein Ort der Bildung, der Begegnung und der gesellschaftlichen Diskussion – und müssen sich für die Zukunft rüsten. „Wir wollen die politische Verantwortung für das Bibliothekswesen stärken und die Bibliotheken ermutigen, sich mit weiteren Aufgaben zu beschäftigen“, sagte gestern Kultusministerin Anke Spoorendonk bei einem Besuch der Stadtbücherei. Dafür wird landesweit ein neuer Bibliothekspreis ausgelobt (siehe Bericht auf der Kulturseite). Aber es gibt auch einen neuen Topf mit Fördermitteln, der mit dem jüngst verabschiedeten Bibliotheksgesetz geschaffen wurde. Neumünster hat gute Chancen, solche Mittel zu erhalten, bedeutete die Ministerin.

„Die Bibliotheken werden an Bedeutung und Stellenwert gewinnen. Kommunen mit gut aufgestellten Büchereien sind die Gewinner. Das Gesetz schreibt den rechtlichen Status der Büchereien fest, aber ohne die Zusage finanzieller Förderung. Doch es gibt diesen Extra-Fördertopf mit 430 000 Euro. Davon werden 13 000 Euro für digitale Medien-Pflichtexemplare verwendet, der Rest von 300 000 Euro fließt in innovative Bibliotheksarbeit im ganzen Land“, sagte die Ministerin. Als wichtige Aufgaben der Zukunft nannte die Ministerin die Digitalisierung der Medien und gerade in Neumünster angesichts der Erstaufnahme die Integration der Flüchtlinge.

Die Besonderheiten und wichtigen Projekte der Bücherei stellten deren Leiter Dr. Klaus Fahrner, Musikbibliotheks-Leiter Andreas Dreibrodt und Angelika Rust von der Kinder- und Jugendbücherei vor. So ist die Musikbücherei die zentrale Fernleihe für das ganze Land; es gibt hier die Möglichkeit, 11 000 Notenbände, 7000 Tonträger und 2500 Bücher zu bestellen. Pro Jahr gibt es aktuell 1000 Ausleihen. Außerdem gibt es spezielle Recherchemöglichkeiten, die Dreibrodt der Ministerin am Computer demonstrierte.

Wie die Bücherei in die digitale Zukunft geht, beschrieb Fahrner. Seit 2013 ist sie Mitglied im Verbund „Onleihe Schleswig-Holstein“, dem landesweit 101 Bibliotheken angehören. Die Bücherei sei außerdem wichtige Anlaufstation für die Teilnehmer der VHS- Deutschkurse, die drei Monate lang kostenlos Lern-Bücher ausleihen dürfen.

„Wir leisten viel Basisarbeit, vor allem mit den Schulen. Immer weniger Kinder können flüssig lesen“, sagte Angelika Rust. Projekte wie der Ferienleseclub hätten das Ziel, die Lesefähigkeit zu stärken. Für die immer zahlreicheren Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen, gibt es einen extra Bereich mit Büchern und Spielen.

Fahrner äußerte zuletzt einen Wunsch für alle Büchereien: die Zugangslizenz zur Internetplattform Library Press Display. Auf ihr können die Benutzer 2000 Zeitungen aus aller Welt lesen. Die Lizenz kostet pro Jahr landesweit 100 000 Euro. „Das wäre ein großer Dienst für Flüchtlinge“, so Fahrner. Die Ministerin merkte an, dass das aber keine Einbahnstraße sein dürfe. Ebenso müsse den Neuankömmlingen der Zugang zur Landeskultur „auf Augenhöhe“ ermöglicht werden.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 24.Aug.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen