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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 09:06 Uhr

Stadttöpferei : Britische Künstlerin sucht besondere Verbindungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Tana West aus London arbeitet für einen Monat im Künstlerhaus Stadttöpferei am Fürsthof.

Neumünster | Sie ist mit Steinen, Ton und Sand im Gepäck angereist: Die Künstlerin Tana West aus London arbeitet für einen Monat im Künstlerhaus Stadttöpferei am Fürsthof in einem offenen Atelier. Mehrmals im Jahr werden internationale Künstler eingeladen, in Neumünster zu arbeiten und ihre Werke am Ende zu präsentieren. Dieses Mal ist die 35-jährige Britin zu Gast, und sie hat ihr Material gleich aus England mitgebracht.

Tana Wests Arbeit steht unter dem Motto Verbindungen. „England und Europa driften immer mehr auseinander. Mit meiner Kunst schaffe ich eine Beziehung, indem ich Material aus verschiedenen Ländern kombiniere“, sagte die junge Gastkünstlerin.

In und um London geht sie auf Materialsuche und sammelt – oft von Baustellen – Steine, Sand, Kreide und Ton. An die Suche in London erinnerte sie sich schmunzelnd: „Als ich Bauarbeiter gefragt habe, ob ich Erde einsammeln kann, haben sie mir sogar Plastiktüten mitgegeben. Die fanden das lustig.“

Die Steine werden fein gemahlen und von ihr zu einer Glasur verarbeitet, aus Ton formt sie Objekte und verarbeitet auch die restlichen Materialien zu Skulpturen oder lässt sie mit einfließen. Einige der Materialien stammen auch aus Gravesham, der Partnerstadt von Neumünster, die nicht weit von London entfernt liegt.

Tana West möchte auch in Neumünster bald auf Materialsuche gehen. „Ich habe mich vorbereitet und viele Karten und Fotos studiert, um zu wissen, was für ein Boden hier ist. Jetzt muss ich abwarten, was ich finde und wie ich es verarbeiten kann. Wie meine endgültigen Arbeiten aussehen, zeigt sich beim Arbeitsprozess“, sagte sie.

Ihr letztes Projekt hat sie in England umgesetzt: Bei der Suche nach unterirdischen alten Flüssen in London ist sie dem Wasser gefolgt und hat ihre Arbeit in einem Buch festgehalten. Davor hat sie im Jahr 2014 ihren Master für Keramik und Glas am renommierten Royal College of Art absolviert.

Ihr Hauptaugenmerk liegt stets auf der Verbindung zwischen dem Ort und dem Kunstwerk. Außerdem fotografiert sie viel und hält ihre Beobachtungen fest: „Auf meiner Reise von London hierher habe ich einige Fotos gemacht, sie hängen auch im Atelier.“ Besucher, die Tipps zur Materialsuche haben, helfen möchten oder der Künstlerin bei der Arbeit über die Schulter schauen wollen, können dienstags bis freitags von 14 bis 16 Uhr ins Künstlerhaus Stadttöpferei am Fürsthof 8 kommen. Abschließend ausgestellt werden die Arbeiten am Freitag, 25. November, um 18 Uhr.

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erstellt am 06.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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