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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 21:24 Uhr

Boostedt : Breiter Protest gegen fünf NPD-Leute

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rechtsextreme zogen am Sonnabend in Boostedt auf und stießen auf 200 Gegendemonstranten / Polizei brauchte nicht einzugreifen

Boostedt | Mit einer großen Gegendemonstration reagierten am Sonnabendmittag rund 200 Menschen auf eine Kundgebung der rechtsextremen NPD in Boostedt. Ganze fünf NPD-Mitglieder hatten sich gegenüber vom Hof Lübbe eingefunden und hielten Schilder hoch – unter anderem mit der Aufschrift „Asylflut stoppen“.

Rund um die Kreuzung Dorfring/ Zur Ziegelei standen die Gegner des Rechtsextremismus’ aus Boostedt, dem ganzen Kreis Segeberg und aus Kiel.

Organisiert hatten die Gegendemo die Jungsozialisten der SPD (Jusos) aus Segeberg. Um mögliche Konfrontationen von vornherein zu unterbinden, habe man ein verstärktes Polizeiaufgebot zusammengezogen, erklärte Birger Gossen von der Polizeidirektion Segeberg. Letztlich waren mehr als 60 Polizisten im Einsatz, die jedoch nicht weiter einzugreifen brauchten. Die Veranstaltung verlief friedlich.

Kerstin Kiske aus Boostedt war zur Demo gekommen und erklärte: „Wir wollen Flagge zeigen gegen die NPD.“ Mehrere Teilnehmer der Gegendemonstration unterstrichen, dass die Rechtsextremen bislang keinen Rückhalt in der Gemeinde fänden. Die NPD wolle in Boostedt lediglich die Stimmung aufheizen.

Auch Waltraud Tarnow aus Großenaspe, die sich für die Asylbewerber in Boostedt engagiert, kann angesichts steigender Flüchtlingszahlen keinen Rechtsruck in Boostedt und Umgebung feststellen: „Im Gegenteil. Das Angebot an ehrenamtlicher Hilfe steigt zunehmend.“

Bernd Schauer, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Boostedter Gemeindevertretung, äußerte dagegen auf Nachfrage Befürchtungen: „Die Leute, die sich als besorgte Bürger bezeichnen, müssen aufpassen, dass sie mit ihren Äußerungen keine Stimmung gegen Flüchtlinge machen.“ Wiederholt griff Schauer zum Megafon, um die NPD zum Abziehen zu bewegen: „Wir dulden in Boostedt keine Fremdenfeindlichkeit und keinen Rassismus.“

Gegen 13.15 Uhr, eine Viertelstunde früher als geplant, räumten die NPD-Mitglieder das Feld und zogen ab.

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erstellt am 02.Nov.2015 | 08:00 Uhr

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