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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 11:42 Uhr

Richtfest : Böcklersiedlung wird immer begehrter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Baugenossenschaft Holstein feierte Richtfest an der Max-Richter-Straße. Alle Wohnungen sind schon lange vor Fertigstellung vermietet.

Neumünster | Jedes Jahr ein Neubau an der Max-Richter-Straße – die Baugenossenschaft Holstein (BGH) poliert das Image der Böcklersiedlung auf. Nach Abriss und Neubau an der Max-Richter-Straße 9-11 im Jahr 2014 und dem Block Max-Richter-Straße 13-15 im vergangenen Jahr wurde gestern an der Hausnummer 5-7 Richtfest gefeiert.

BGH-Vorstand Carsten Henning sprach von einem „lupenreinen Hattrick“. Mit dem für 2018 geplanten Abriss und Neubau der Gebäude an der Max-Richter-Straße 1-3 und am Gerhart-Hauptmann-Platz sei sogar ein „Fünfer-Pack“ möglich. 2,1 Millionen Euro – frei finanziert ohne Städtebaufördermittel – investiert die Baugenossenschaft in den Neubau, der den 1950er-Jahre-Bau ersetzt. Eine Modernisierung wäre aufwändig und sogar teurer gekommen als der Niedrigenergie-Neubau nach KFW-55-Standard. Nach dem Muster der Nachbarhäuser entstehen 15 barrierearme Wohnungen zwischen 48 und 64 Quadratmetern Fläche; ein Aufzug gehört heute bei drei Geschossen schon zum Standard.

Sämtliche Wohnungen waren schon Ende 2015 vergeben , also noch bevor im März der Abriss und Neuaufbau begann. Selbst für die weiteren Neubauobjekte gebe es schon Interessenten und eine lange Warteliste, machte Norman Montag von der BGH deutlich. Die Nachfrage nach Neubauwohnungen und anderen Wohnungen sei enorm. „Wir schaffen hier hochwertigen und bezahlbaren Wohnraum. ‚Neumünster wächst‘, stand heute im Courier. Das merken wir auch“, sagte BGH-Geschäftsführer Carsten Henning.

„Ich kenne die Böcklersiedlung noch aus meiner Zeit im Stadtteilbeirat und bin begeistert, was sich hier getan hat“, sagte Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger. „Ich freue mich schon auf die neue Wohnung“, sagte Gisela Dobiosch, die Anfang 2017 einziehen kann. Uwe Dobiosch: „Die Böcklersiedlung hatte in der Vergangenheit nicht den allerbesten Ruf und erfährt nun durch solche Bauten eine Aufwertung.“

Für die hiesige Bauwirtschaft ist die Baugenossenschaft Holstein ein verlässlicher Partner. Beim dritten Bau waren erneut die gleichen Firmen aktiv. „Das bürgt für Kontinuität“, sagte Henning. 85 Prozent der Gewerke seien an Unternehmen aus Neumünster und der Region vergeben worden. „Das ist seit Gründung der BGH 1903 unser Bestreben und in Zeiten der Globalisierung nicht selbstverständlich“, sagte Carsten Henning.

 

Standpunkt: Ganze Arbeit geleistet

Jung, dynamisch, modern  und schick – keine Frage, die Böcklersiedlung hat ihr Erscheinungsbild und Image gewaltig aufpoliert.  Und das innerhalb relativ kurzer Zeit. In den 1990er-Jahren war der Stadtteil, der nach dem Krieg als Deutschlands  größte Baustelle den Wiederaufbau verkörperte, merklich in die Jahre gekommen. Das galt nicht nur für die Bausubstanz, in die nicht genug investiert worden war. Wer es sich leisten konnte, zog weg. Zurück blieben Menschen mit kleiner Rente und Haushalte, die auf Hartz IV oder andere Sozialleistungen angewiesen waren. Das hat sich geändert. Stadtplaner, vor allem aber die beiden großen Wohnungsgesellschaften BGH und Wobau, haben inzwischen ganze Arbeit geleistet.  Auch weil sich inzwischen ein Gedanke durchgesetzt hat: Abriss für Neubau ist oft wirtschaftlicher als die Sanierung.


 

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erstellt am 27.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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