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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 19:35 Uhr

Chaos-Komiker : Bizarrer Humor kam gut an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Konrad Stöckel bot vor 160 Zuschauern im Statt-Theater bizarren Humor in seiner Show „Happy End“.

Neumünster | Eine schräge Show der Abnormitäten bot der Chaos-Komiker Konrad Stöckel am Freitagabend im Statt-Theater am Haart. 160 Besucher lachten, staunten, ekelten und amüsierten sich fantastisch angesichts des bizarren Humors des Hamburger Entertainers mit der Extremfrisur.

Ganz weit weg vom Mainstream-Humor öffnete der 39-Jährige sein Kuriositäten-Kabinett und präsentierte in seiner Show „Happy End“, dass Zauberei, Wissenschaft und Blödelei beste Abendunterhaltung sein können. Vorausgesetzt natürlich, man mag zusehen, wie sich „Fat King Konrad“ einen Zimmermannsnagel in die Nasennebenhöhle hämmert, eine Glühbirne kaut und verschluckt und meterweise „Gedärme“ aus dem Bauch einer Zuschauerin zieht.

Auch mit gekonnten Kartentricks und wissenschaftlichen Vorführungen verblüffte Stöckel, der in vielen Fernsehshows wie dem Quatsch Comedy Club zu Gast war, seine eigene Fernsehshow hatte und im Hamburger „Schmidtchen“ auftritt.

Konrad Stöckel wirkte, als sei er als Kind in den berühmten Zaubertrank gefallen – allerdings mit laufendem Fön in der Hand. Kindliche Experimentierfreude traf auf durchgeknallten Humor, und man durfte immer wieder gespannt sein, was als nächstes auf der martialisch dekorierten Bühne passierte. Statt Zauberkasten hatte Stöckel eine Werkzeugkiste, anstelle normaler Kleidung einen mit roten Flecken bespritzten weißen Anzug an, und die obligatorisch knapp bekleidete Assistentin ersetzte Matthias Paulo alias „Paulo Pussy“. Mit Rapunzel-Perücke, umgebundenem schwarzen Vollbart und debilem Dauergrinsen musste sich Paulo zum Beispiel „aufspießen“ lassen, bekam aber auch alleine die Möglichkeit, sein Blödel-Talent zu zeigen.

Auch Paulo schreckte nicht davor seltsamen Vorführungen mit seinem Körper zurück: Er führte sich das Ende eines langen Luftballon in die Nasenhöhle ein und fischte es aus dem Rachen wieder durch den Mund. Guter Geschmack geht anders, aber die Show reiht sich ein in die alte Tradition der Freak-Show, in der sich im 19. Jahrhundert Menschen mit besonderen Körpermerkmalen dem Publikum zeigten.

Einen Gastauftritt hatte der Neumünsteraner Künstler Ansgar Hüttenmüller. Kirsten Mante aus Neumünster saß in der ersten Reihe und wurde von Konrad Stöckel auf die Bühne geholt, um bei einem Kartentrick zu helfen. Sie sagte: „Er ist ganz anders als die üblichen Comedians. Ich kannte ihn aus dem Fernsehen und finde ihn irre komisch. Er kommt schön spontan rüber und führt einen nicht vor.“

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