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Landtagswahlkampf : Bezahlbarer Wohnraum war das Thema

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bundesbauministerin Barbara Hendricks traf sich bei der Wobau mit Vertretern der Wohnungswirtschaft.

Neumünster | Bezahlbarer Wohnraum und sozial geförderter Wohnungsbau waren gestern Themen bei einem Treffen von Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks und weiteren SPD-Politikern mit Vertretern der Wohnungswirtschaft in der Geschäftsstelle der Wobau.

„Lange herrschte die Meinung, Deutschland hat zu Ende gebaut“, sagte die Ministerin. Das habe sich nun wieder geändert, aber man habe dabei Jahre verloren. In vielen Kommunen fehlten die Planungskapazitäten, und es gebe zu wenig Baugebiete und zu wenig Bauverdichtung, so Barbara Hendricks. Es sei viel nachzuholen. Der Bund stelle jetzt dreimal so viele Mittel für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung wie am Anfang der Legislatur.

Doch die Fördermöglichkeiten sind in Neumünster gar nicht das Thema. Bei der Wobau etwa ist ein Viertel des Bestands gefördert, bei 60 Prozent liegt die städtische Gesellschaft aber auch ohne Förderung unter den Miethöchstgrenzen des sozialen Wohnungsbaus, machte Wobau-Geschäftsführer Uwe Honsberg deutlich. Ein Mix aus geförderten und ungeförderten Wohnungen, Eigentum, Miete und Gewerbe sei der richtige Weg. Die Großraumsiedlungen der 1960er-Jahre seien eine Fehlentwicklung gewesen.

Marcel Sonntag von der Neuen Lübecker, die in Neumünster 324 Wohnungen hat, konnte da nur zustimmen. „Es stimmt nicht, dass die Mieten steigen, wenn Wohnungen aus der Sozialbindung fallen“, sagte er. Jens Wagner kritisierte das lange Abstimmungsverfahren beim sozialen Wohnungsbau und nannte als Problem auch in Neumünster, geeignete Baugrundstücke zu bekommen.

In einem Punkt waren sich die Wohnungsexperten mit der Bundesbauministerin einig. Honsberg: „Mit der Energieeinsparverordnung muss jetzt mal Schluss sein.“ Die ständige Erhöhung der Dämmdicken bringe nichts und verteuere das Bauen. Barbara Hendricks: „Ich bin auch keine Freundin von immer dickeren Wänden. Das ist nicht Ausdruck deutscher Ingenieurskunst.“

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erstellt am 18.Mär.2017 | 11:00 Uhr

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