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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 13:35 Uhr

Kinobühne : Besucher kamen mit dem Filmemacher ins Gespräch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Kinobühne startete mit einem Trickfilm und einem animierten Kurzfilm in die siebte Spielzeit.

Neumünster | Die beliebte Kinobühne läutete am Dienstagabend mit dem Trickfilm „Melodie des Meeres“ von Tomm Moore ihre siebte Spielzeit ein. In der ersten Vorstellung am Nachmittag saßen 80 Gäste auf der bestuhlten Theaterbühne der Stadthalle und folgten dem handgezeichneten Spielfilm, die Abendvorstellung besuchten 50 Cineasten.

„Wir wollen in dieser Saison mehr Fiktion, mehr Spielfilm bringen“, kündigte Arne Sommer von der Kulturellen Filmförderung Hamburg und Schleswig-Holstein einleitend an. Zusammen mit Johanna Göb vom Kulturbüro in Neumünster versorgt der Filmexperte Neumünsters Kinofreunde mit feinen Filmen abseits des Mainstreams.

Eine weitere Besonderheit der Kinobühne ist die Möglichkeit zum Gespräch mit dem Regisseur. Dafür konnte Arne Sommer am Dienstag den Hamburger Filmemacher Sören Wendt gewinnen. Wendts animierter Kurzfilm „Refugees-Kinder auf der Flucht“ lief vor dem Hauptfilm und ließ in bedrückenden zwölf Minuten drei Kinder in authentischer Weise über ihre Flucht aus Kriegsländern erzählen. „Viele der Zeichnungen haben die Kinder gemacht, ich habe sie animiert“, sagte der Trickfilmer, der vor seiner künstlerischen Laufbahn eine Ausbildung zum Elektriker gemacht hatte.

Das Genre des Animationsfilms birgt für den Filmemacher etwas Geheimnisvolles: „Wenn Gefühle und Bild zusammenfließen, ist es Magie.“ Zahlreiche magische Momente erlebte das staunende Publikum dann auch beim handgezeichneten Film „Melodie des Meeres“, für den der Macher Tomm Moore im vergangenen Jahr mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

„Ich möchte Ihnen für die europäischen Animationsfilme die Augen öffnen, die anders sind als die Disney-Trickfilme“, sagte Arne Sommer. Der irische, stark atmosphärische Film verwebt keltische Mythen wie die des Robbenwesens Selkie oder der bedrohlichen Macha und hat als Hauptfiguren zwei Kinder und ihren treuen Hund. Differenziertere Charaktere als in Disney-Filmen kennzeichnen die Figuren dieses melancholischen Abenteuers, und auch die zarten, rundungsverliebten Zeichnungen verleihen dem Film einen lebendigen Zauber, die den eher brachialen Bildern des US-Kinos anspruchsvoll gegenüber stehen.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 13:00 Uhr

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