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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 00:17 Uhr

Bordesholm : Badeverbot im See

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Es wurden Blaualgen festgestellt.

Bordesholm | Trotz der für diese Jahreszeit eher kühlen Temperaturen treten in den Seen des Kreises Rendsburg-Eckernförde Blaualgen auf. Die Belastung hat dazu geführt, dass in den vergangenen Wochen bereits mehrere Badeverbote ausgesprochen werden mussten. Derzeit ist nur der Bordesholmer See betroffen.

An der Badestelle am Ostufer des Bordesholmer Sees mit Strand und Steg hat der Fachdienst Gesundheitsdienste des Kreises am Dienstagmorgen ein Badeverbot ausgesprochen. Für die Sperrung vor Ort sind die Ämter zuständig.

Die Behörden appellieren an alle Schwimmer und Badegäste, eigenverantwortlich zu handeln. Wer die Blaualgenblüte im Wasser erkennt, sollte auf ein Bad darin verzichten. Dabei ist der Name irreführend, denn das Phänomen äußert sich als grün-türkisfarbene Schlieren auf dem Wasser. Am Ufer kann sich Schaum bilden. Zudem geht der Befall mit einer starken Trübung einher. „Eine Faustregel ist: Wer im knietiefen Wasser seine Füße nicht sehen kann, sollte ein Bad vermeiden“, sagt Wolfgang Tismer vom Gesundheitsamt des Kreises Rendsburg-Eckernförde. „Wer es dennoch tut, geht das Risiko ein, krank zu werden.“ Denn Blaualgen können giftig sein. Bei Berührungen können Hautreizungen auftreten, auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können die Folge sein. Wer mit Blaualgen in Kontakt gekommen ist, sollte sich gründlich abduschen. Ärztliche Behandlung wird nötig, wenn befallenes Wasser verschluckt wurde und Übelkeit auftritt. Besonders gefährdet sind bereits geschwächte Menschen und Kinder. Sie sollten auch nicht am Ufer spielen. Auch Haustiere sollten das Wasser meiden.

Trotz des Namens handelt es sich nicht um eine Pflanze, denn Blaualgen sind Bakterien. Sie treten vor allem bei guter Nährstoffsituation im Wasser auf. Gründe für ihre Vermehrung gibt es viele, nicht immer ist eindeutig klar, was im Einzelfall dazu führt.

Laut Wolfgang Tismer muss ein Befall nicht zwangsläufig mit Wärme einhergehen. „Die Cyanobakterien verstoffwechseln zum Beispiel gerne Phosphate“, sagt er. Deshalb sei es auch im Bordesholmer See zum Befall gekommen. „Das Gewässer ist sehr phosphatreich. Blaualgen sind sehr kurzlebig. Der Wind braucht nur um ein paar Grad zu drehen, dann sind sie wieder weg“, erklärt Tismer. Es sei auch schon vorgekommen, dass Blaualgen nur für einige Stunden aufgekommen sind.

Die Kreisverwaltung ist bei der Identifizierung von befallenen Badestellen auf jeden Bürger angewiesen. „Wir können nicht täglich jede der 75 offiziellen Badestellen im Kreis anfahren“, erklärt Tismer. Deshalb ist auf jeder Informationstafel an den Gewässern seine Telefonnummer vermerkt. Mit einem Anruf können Verunreinigungen gemeldet werden.

 

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erstellt am 12.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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