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Holsteinischer Courier

24. März 2017 | 21:04 Uhr

Jahresempfang : Awo gedenkt ihrer Gründerin

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Marie Juchacz gründete 1919 die Arbeiterwohlfahrt.

Neumünster | Mit dem ersten Marie-Juchacz-Empfang gedachte die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Schleswig-Holstein am Mittwochabend im Hotel Altes Stahlwerk ihrer Gründerin Marie Juchacz. Die Frauenrechtlerin wurde 138 Jahre zuvor am 15. März 1879 geboren und war die erste Abgeordnete, die am 19. Februar 1919 vor der Weimarer Nationalversammlung sprach. Erst drei Monate zuvor, im November 1918, hatte die Frauenbewegung das Frauenwahlrecht in Deutschland durchgesetzt. Am 13. November 1919 rief Marie Juchacz die Arbeiterwohlfahrt ins Leben. Nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten hat sie die Idee der „Selbsthilfe der Arbeiterschaft“ sogar in den Vereinigten Staaten verwirklicht – als „Hilfe für die Opfer des Nationalsozialismus“.

„Ich finde es gut, dass die Awo sich ihrer Gründerin erinnert“, sagte Volker Andresen. Der SPD-Ratsfraktionschef ist auch stellvertretender Vorsitzender des Awo-Stadtverbands und leitete von 1992 bis 2010 als Geschäftsführer die Geschicke des Awo-Landesverbandes. Die Tradition werde hochgehalten, so Andresen: „Wir feiern 150 Jahre SPD in Neumünster, in zwei Jahren wird die Awo 100 Jahre alt. Die Awo ist ein Kind der SPD.“

Der Awo-Landesvorsitzende Wolfgang Baasch nannte es vor 120 Gästen „einen Skandal, dass Frauen auch in der Bundesrepublik immer noch weniger verdienen als Männer“. Sozial-Staatssekretätin Anette Langner würdigte Marie Juchacz als Pionierin: „Gleichberechtigung war ihre Vision.“

Dass die Gleichstellung der Geschlechter auch heute noch keineswegs geschafft ist, machte Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit in ihrem Festvortrag deutlich. Es gebe weder eine Gleichheit beim Entgelt noch gleiche Aufstiegschancen, sagte die frühere Justizsenatorin in Hamburg und Berlin.

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erstellt am 17.Mär.2017 | 10:00 Uhr

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