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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 15:01 Uhr

Winterdienst : Autofahrer bei Glätte immer dreister

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verkehrsminister Reinhard Meyer mahnte zu mehr Vorsicht und angepasster Fahrweise im Winter / Auch das TBZ fordert mehr Rücksicht

Neumünster | Die Autofahrer in Schleswig-Holstein bereiten den Mitarbeitern der Winterdienste mit ihrem Verhalten bei Schnee und Eis offenbar immer mehr Probleme – und bringen sich dabei selbst in große Gefahr. „Wir erleben es immer wieder, dass Autofahrer in waghalsigen Manövern die Streufahrzeuge überholen und damit nicht nur sich, sondern auch die Kollegen im Einsatz gefährden“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer gestern bei einem Besuch der Straßenmeisterei Neumünster an der A7. Eindringlich appellierte er an die Autofahrer, mehr Rücksicht zu nehmen und angepasster zu fahren: „Es ist schon unglaublich, was sich oft auf den Straßen abspielt.“

Der Minister besichtigte mit Torsten Conradt, dem Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, sowie dem Leiter der Autobahnmeisterei, Kim Uwe Hoffelner, Teile des Winterdienst-Fuhrparks. In Schleswig-Holstein stehen rund 330 landeseigene Fahrzeuge mit 841 Schneepflügen, -fräsen und anderen Räumgeräten sowie in einer ersten Tranche 30  000 Tonnen Streumittel zur Verfügung, vor allem Salz. Bei Bedarf könne kurzfristig nachgeordert werden, so Meyer: „Moderne Messtechnik wie unser eigenes Straßenzustands- und Wetterinformationssystem sowie moderne Funktechnik ermöglichen unseren Meistereien eine gezielte Koordinierung der Einsätze auf insgesamt 8200 Kilometern Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen.“ Im Schnitt betragen die Kosten für das Land zwölf Millionen Euro pro Saison.

Neu im Dienst ist ab diesem Winter ein Räumfahrzeug mit ausfahrbaren Zusatz-Pflügen. Mit 7,50 Meter Spannweite soll es vor allem auf der in Kürze fertiggestellten sechsspurigen A7 zwischen Neumünster und dem Bordesholmer Dreieck eingesetzt werden. Geräumt werden die Autobahnen rund um die Uhr, die nachgeordneten Straßen aber nur zwischen 6 und 22 Uhr.

In Neumünster sind die Mitarbeiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ) zwischen 5 und 20 Uhr im Einsatz. 260 Kilometer Straße und 253 Kilometer Radweg werden bei Bedarf geräumt und gestreut. Die Lager sind mit 800 Tonnen Salz, 200 Tonnen Sand und 30  000 Litern Magnesiumchlorid-Sole gefüllt. 84 Mitarbeiter mit 29 Fahrzeugen stehen in zwei Schichten bereit und waren seit Wochenbeginn auch schon mehrfach wegen Glätte unterwegs.

Geräumt und gestreut werde nach Priorität, erklärt Stephan Mordhorst, zuständig für den Winterdienst im TBZ. Das heißt: zunächst der Ring und die Ausfallstraßen, dann die Buslinien, zum Schluss die Wohnstraßen. Auch Mordhorst fordert mehr Rücksicht. Durch manche Straßen könnten die Räumfahrzeuge zum Beispiel nicht oder nur mit Mühe durch, weil frech in zweiter Reihe geparkt werde. „Das ist natürlich misslich. Der Winterdienst ist ein sensibles Thema“, sagt er und wirbt für mehr Verständnis – und eine bessere Vorbereitung jedes Bürgers: „Im Winter kann es glatt sein und Schnee liegen. Das ist nun mal eine Tatsache, darauf muss man sich einstellen.“

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erstellt am 11.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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