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Holsteinischer Courier

23. März 2017 | 07:10 Uhr

Einfeld : Aus für „den besten Latte Macchiato“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Kirchencafé Sternstunde schließt Ende Mai nach zehn Jahren seine Türen / Es fehlen ehrenamtliche Helfer / Vorher gibt es noch ein Fest

Neumünster | Iris Bendzuk seufzt: „Es ist eine Entscheidung des Herzens, nicht des Verstandes.“ Dann trinkt die Einfelder Diakonin einen großen Schluck aus dem Glas, das ihr die ehrenamtlichen Servicekräfte Christel Möhrcke und Regina Petschner auf den Tisch gestellt haben. „Das ist der beste Latte Macchiato der Stadt“, sagt sie und lächelt. Doch es wird ihn nicht mehr lange geben. Nach zehn Jahren schließt das Kirchencafé Sternstunde an der Neuen Straße Ende Mai für immer seine Türen.

Der Grund ist schnell erklärt. Es fehlen ehrenamtliche Back- und Servicekräfte wie Christel Möhrcke und Regina Petschner. „Wir haben immer wieder Annoncen im Gemeindebrief geschaltet und Leute auch persönlich angesprochen. Ein paar Mal hat das gut geklappt. Aber jetzt reicht das Personal nicht mehr aus, um den Betrieb dauerhaft aufrecht zu erhalten“, sagt Iris Bendzuk. Es sei daher genau der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören. Schließlich solle man das Projekt in guter Erinnerung behalten und nicht mit Groll darauf zurückblicken, sagt sie.

Das Lob ist groß, das die Diakonin für die rund 40 Helfer ausspricht, die im vergangenen Jahrzehnt Kuchen und Torten backten, Kaffee kochten, die Gäste professionell bedienten, aber sich auch um die Einrichtung, die Dekoration oder die Warenbeschaffung und die Hygieneeinweisungen kümmerten. „Alle waren und sind ja noch immer mit viel Herzblut und Einsatz dabei.“

Über zu wenig Arbeit oder mangelnde Kundschaft kann sich das Kirchencafé nach wie vor nicht beschweren. Jung und Alt treffen sich in dem hellen, liebevoll eingerichteten Raum immer montag, mittwochs und freitags am Nachmittag. Auch gestern wieder waren fast alle 40 Plätze besetzt.

Genutzt wurde das Café aber auch für Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen. Selbst Kinoabende fanden an der Neuen Straße statt. Und manche kamen hier nach Beerdigungen zum Kaffeetrinken zusammen. „Das hat das Team immer sehr pietätsvoll gemacht“, sagt Iris Bendzuk. Besonders stolz ist sie auch auf den Gewinn des Fundraising-Preises der Landeskirche. „Das war eine tolle Sache.“

Gewinne verbuchte das Kirchencafé nicht, im Gegenteil. Die Einnahmen reichten am Jahresende meist für die Miete und die weiteren Ausgaben nicht aus, die Kirchengemeinde schoss regelmäßig Geld zu.

Einfelds Stadtteilvorsteher Sven Radestock, der auch im Kirchenvorstand sitzt, bedauerte gestern die Entscheidung zur Schließung. „Allerdings ist es einfach notwendig“, sagte er.

Bevor Ende Mai alles vorbei ist, soll es am 17. Mai noch ein großes Fest geben. Dann ist die Einrichtung genau zehn Jahre alt. Was geplant ist, verriet Iris Bendzuk gestern allerdings noch nicht.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 08:13 Uhr

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