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Stadttöpferei : Aus Bildern werden Skulpturen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Delia Maxim aus Rumänien und Ahryun Lee aus Korea sind in diesem Jahr das erste Künstler-Tandem in der Stadttöpferei.

Neumünster | Das erste Künstler-Tandem in diesem Jahr hat in der Stadttöpferei am Fürsthof 8 die Arbeit aufgenommen. Die Rumänin Delia Maxim und die Koreanerin Ahryun Lee haben schon genaue Vorstellungen, wie sie ihre Projekte gestalten wollen.

„Mich interessiert vor allem die Funktion von Gegenständen. Irgendwann saß ich einmal vor einer Tasse und war fasziniert davon, dass man mit dem Henkel die Tasse hochheben und gut trinken kann“, erzählte Ahryun Lee, die zuvor in London Keramik und Glas auf Master studierte. Bei ihrem Projekt in Neumünster möchte sie die Henkel jedoch funktionsunfähig machen: „Ich werde Tassenhenkel bauen, die man nicht gut anfassen kann, die aber lustig und kreativ aussehen.“ Auch in vorherigen Projekten hat Ahryun Lee farbintensive Werke erstellt, die dem jeweiligen Gegenstand die Funktion entzogen.

Ihre Tandem-Partnerin Delia Maxim studierte in Siebenbürgen (Rumänien) an der Universität für Kunst und Design. In der Stadttöpferei plant sie jetzt mit den Neumünsteranern zusammenzuarbeiten. „Mein Plan ist es, ein Din-A-4 Papier in vier Teile zu falten und jedes Stück von einem Menschen bemalen zu lassen. Dieser weiß jedoch nicht, was der vorherige gemalt hat. Wenn wir am Ende das Blatt aufklappen, ist ein lustiges Bild entstanden“, erklärte Delia Maxim. Diese Zeichnungen verwandelt sie dann in Skulpturen. „Ich habe das Projekt schon mit Kindern gemacht, und das hat echt Spaß gebracht.“ Für das Projekt am Fürsthof sucht Delia Maxim allerdings noch Mitstreiter, die ihr helfen, die Zeichnungen zu vervollständigen. Interessierte können während der Öffnungszeiten die Werkstatt besuchen (Dienstag bis Freitag von 14 bis 16 Uhr und Sonnabend von 10 bis 12 Uhr).

Bereits seit 30 Jahren vergibt das Künstlerhaus Stadttöpferei Neumünster Arbeits- und Aufenthaltsstipendien für Künstler aus dem Bereich Künstlerische Keramik und ist damit einzigartig in Deutschland. 2013 entwickelte die ehemalige Stipendiatin Danijela Pivaševic-Tenner das Programm „Ceramic Artist in Residence“. An der Förderung beteiligt sich unter anderem die Stiftung der Sparkasse Südholstein.

Jährlich sind zehn Keramikkünstler zu Gast, die jeweils einen Monat in Neumünster wohnen und ihre Erfahrungen austauschen. „Bei Symposien geht es eigentlich mehr um den Austausch mit anderen Künstlern und nicht so stark um die Projekte. Genauso wie es der Name schon sagt. Symposium kommt aus dem Griechischen und heißt gemeinsames, geselliges Trinken“, weiß Danijela Pivaševic-Tenner. Diesen Austausch der Erfahrungen findet die Koreanerin ganz besonders interessant. „In Korea ist die Arbeit komplett anders“, sagt sie.

Am Freitag, 31. März, ab 18 Uhr werden die beiden Künstlerinnen ihre Projekte präsentieren. Und ab dem 26. April bezieht schon das nächste Tandem die Werkstatt. Lee Cheuk Wun Sharon aus Hong Kong und Bastienne Kramer aus den Niederlanden werden dann in der Werkstatt kreativ. „Nachbar“ auf Seite 11



 

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erstellt am 11.Mär.2017 | 17:00 Uhr

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