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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 14:50 Uhr

Jazzabend : Aura alter Meister kunstvoll und modern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Massoud Godemann, Stefan Back und Gerd Bauder zauberten in der Stadtbücherei überraschende, unkonventionelle und kunstvolle Klangmalereien

Neumünster | Dieser Jazzabend am Freitag in der Musikbibliothek der Stadtbücherei war ein ganz besonderer unter dem Thema „Jazz meets Barock“. Drei ausgewiesene Könner an ihren Instrumenten, Massoud Godemann (Jazzgitarre), Stefan Back (Saxofon/ Klarinette) und Gerd Bauder (Kontrabass) zauberten immer wieder überraschende, unkonventionelle und kunstvolle Klangmalereien.

Die Bemerkung von Godemann, „wir sind ein wenig barock unterwegs“, war die Ankündigung für einen improvisationsfreudigen Jazz, der eigene Wege beschreitet. Es war die Sprache des Barock mit ihrer Hinwendung zur Instrumentalmusik. Die ausgefeilten Kompositionen von Godemann schienen eine Hommage an Bach zu sein.

Wie alle drei Musiker aus einem spontanen Kontrapunkt zur Polyphonie fanden, indem die Stimmen wetteiferten, indem Begleitung und Solostimmen wechselten, ineinander griffen und unterschiedlich temporär das Geschehen diktierten, war herzerfrischend, entsprach purer Lebensfreude, einfach Klasse (auch wenn es nicht immer vertraut klang).

Wenn Godemann von sich sagt, dass er den inneren Drang verspürt, Musik zu schreiben, die Leben, Liebe, Verzweiflung zum Ausdruck bringt, so erlebten das die Gäste bei jedem seiner Lieder, optisch und akustisch, denn er unterstrich sein Gitarrenspiel mit einer lebhaften Lautmalerei. Godemann, Bauder und Back lieferten fragile, teils bizarre Klangstrukturen voller Anmut, die sich zwischen intimen instrumentalen Zwiegesprächen und kraftvollen Eruptionen mit purer Emotion bewegten. Immer wieder kam spontaner Beifall für diese überzeugenden solistischen Leistungen auf.

Doch nicht nur barock kamen die drei daher. Sie pflegten auch Klassiker des Jazz/Latin-Repertoires wie beispielsweise „Je Faime“ oder „My Funny Valentine“. Lang anhaltender rhythmischer Beifall forderte eine Zugabe. Und was spielt ein Hamburger, der aus dem Schanzenviertel kommt? Einen flotten „Kebop“ mit allem und scharf. „Einmalig schön, das geht nicht besser“, sagte der 91-jährige Anders Stüwe. Damit traf er wohl den Nerv aller Gäste dieses außergewöhnlichen Konzertes.

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