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Holsteinischer Courier

26. April 2017 | 12:01 Uhr

Aukruger helfen in Afrika

vom

AUKRUG | Dank zahlreicher Spenden ist die Finanzierung der Staudamm-Reparatur in Aukrugs westafrikanischer Partnergemeinde Sien gesichert. Nach einem Hilfsaufruf des Vereins "Partnerschaft Aukrug-Sien" sowie einem Rundschreiben an die Vereinsmitglieder gingen insgesamt 2200 Euro auf dem Spendenkonto ein. "Aukrug-Sien"-Vize Branko Irek will Anfang April nach Burkina Faso fliegen, um die Ausbesserungsarbeiten am Regenrückhaltebecken des Partnerdorfs zu überwachen.

Bei einer Vorstandssitzung des Vereins Partnerschaft "Aukrug-Sien" vor eineinhalb Monaten hatten der Vorsitzende Reimer Reimers und sein Stellvertreter Irek eine ganz schlechte Nachricht zu verkünden: Infolge sintflutartiger Regenfälle habe der Staudamm von Sien nun diverse Risse, die noch vor der nächsten Regenzeit dringend repariert werden müssten. Geschätzter Kostenpunkt der Renovierungsarbeiten: 11 500 Euro.

Zusammen mit den Staudamm-Spenden beläuft sich der Kontostand von "Aukrug-Sien" aktuell auf 9470 Euro, hinzu kommen 2500 Euro von der Gemeinde Aukrug sowie die im Februar fälligen Mitgliedsbeiträge in Höhe von insgesamt 700 Euro. "Das ergibt eine Summe von 12 670 Euro", rechnet Reimers vor. Den Überschuss hinsichtlich der geschätzten 11500 Euro Baukosten könne man gut gebrauchen, meint Reimers: "Denn wir müssen ja auch noch Brankos Reise finanzieren." Der "Aukrug-Sien"-Vize hat sich nämlich bereit erklärt, die Bauarbeiten am Regenrückhaltebecken des afrikanischen Partnerdorfs persönlich zu überwachen. Etwa 1700 Euro an Reisekosten müssen für Ireks Spezialmission eingeplant werden. Der Bauingenieur und Architekt, der von 1982 bis 1987 für den Deutschen Entwicklungsdienst in Burkina Faso im Einsatz war, hat ganz genaue Vorstellungen von den Sanierungsmaßnamen, die nötig sind, um den Staudamm auf Dauer zu stabilisieren. "Als erste Aktion werden wir den Dammüberlauf mit Bitumen abdichten und darüber dann eine Schutzschicht betonieren", erklärt Irek. "Darüber hinaus werden wir auf der wasserabgewandten Seite des Überlaufs zwei zusätzliche Stützen errichten." Die Schäden im übrigen Dammkörper müsse er vor Ort begutachten und dann entsprechende Ausbesserungsarbeiten anordnen, meint Irek. "Für diese Arbeiten sammeln die Menschen in Sien schon jetzt große Steine", ergänzt Reimers. Die Dorfbevölkerung will die Bauarbeiten mit einer Eigenleistung unterstützen, die mit 1500 Euro beziffert werden kann.

"Die Gemeinden Aukrug und Sien sind sich einig darüber, dass wir diesen Staudamm nicht den Bach runtergehen lassen dürfen, denn das wäre eine Katastrophe", betont Reimers. Die Afrikaner und ihre Freunde in Deutschland wissen, wie wichtig ein intaktes Regenrückhaltebecken für Sien ist. Seit seiner Fertigstellung Ende Dezember 2005 hat sich der 75 000-Euro-Staudamm überaus positiv auf die bis dahin sehr prekäre Ernährungssituation von Aukrugs Partnergemeinde ausgewirkt. "Mit dem neuen Regenrückhaltebecken kommen die Menschen jetzt locker über die Trockenzeit", erklärt Reimers. "Das ganze umliegende Areal um den Stausee saugt sich mit Wasser voll, wodurch Gartenbau ermöglicht wird und auch die Wasserstände in den Dorfbrunnen deutlich ansteigen."

Erst Anfang April kann Irek zu seiner Bauleitungsmission aufbrechen. "Dann ist so gut wie kein Wasser mehr im Becken und wir können loslegen", erläutert der ehemalige Entwicklungshelfer, "und dann müssen wir bis Mitte Mai mit den Bauarbeiten durch sein, weil Ende Mai schon wieder die nächste Regenzeit anfangen kann."

Dass überhaupt so aufwändige Sanierungsarbeiten vonnöten sind, ist aus Sicht von Irek eine Folge des Klimawandels. Die Auswirkungen der globalen klimatischen Veränderungen zeigen sich in den Ländern der Dritten Welt und insbesondere in Afrika wesentlich stärker bei uns, weiß der Osterstedter: Dürrekatastrophen kommen immer häufiger vor, und in Gebieten, in denen es nie geregnet hat, gibt es seit einigen Jahren auf einmal wolkenbruchartige Regenfälle, die alles mit sich reißen, was nicht hinreichend befestigt ist. Die aktuellen Schäden am Staudamm von Sien gehen zurück auf sintflutartige Regengüsse, die im September 2009 in Burkina Faso für hunderte von Toten und etliche Millionen Euro Sachschäden sorgten.

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erstellt am 29.Jan.2010 | 04:59 Uhr

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