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Brachiale Gewalt : Aufbruch-Serie bei Zigarettenautomaten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Allein in den vergangenen zwei Wochen hebelten Unbekannte mindestens acht Geräte im Stadtgebiet auf / Der Schaden geht in die Zehntausende

Neumünster | Sie kommen im Dunkeln und gehen mit brachialer Gewalt vor. Ihr Ziel ist die Geldkassette, am Tabak haben sie kein Interesse. Die Polizei sucht Unbekannte, die im Stadtgebiet seit kurzem verstärkt Zigarettenautomaten aufbrechen. „In den vergangenen 14 Tagen wurden uns mindestens acht Taten gemeldet. Das ist eine auffällige Häufung. Vielleicht sind es auch noch mehr, aber die statistische Auswertung ist schwierig, weil das Delikt bei uns nicht gesondert erfasst wird“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Wer hinter der Serie steckt, ist bislang völlig unklar.

Offensichtlich nehmen sich die Täter gezielt einzelne Straßenzüge und Quartiere vor. So wurden in der Nacht zum 10. April am Hansaring / Ecke Werderstraße und an der Färberstraße Automaten zerstört, am Kantplatz blieb es beim Versuch. Hier wurden die Diebe augenscheinlich gestört.

In der Nacht zu Ostersonnabend ging der Zug durch Einfeld. Hier wurden die Automaten an der Dorfstraße, an der Professor-Graf-Straße und an der Hans-Böckler-Allee geknackt.

„Pro Automat entsteht bei einem Aufbruch durchschnittlich ein Schaden von 4000 Euro“, sagt Burkhard Armborst, Sprecher des größten deutschen Automatenaufstellers Tobaccoland, der auch in Neumünster am häufigsten betroffen ist. Obwohl die Geräte im Laufe der Jahre immer weiter verstärkt und technisch verfeinert wurden, finden die Täter doch Ansatzpunkte, um Werkzeuge anzusetzen und damit die Hülle zu knacken oder Sprengstoff einzuwerfen und alles in die Luft zu jagen. „Es gibt mittlerweile ein Wettrüsten mit den Kriminellen“, sagt Armborst.

Das Problem: Es ist nicht möglich, Automaten ohne Öffnungen zu betreiben. „Der Schlitz fürs Geld oder der Ausgabeschacht der Packungen sind halt neuralgische Punkte“, so Armborst. Er hat festgestellt, dass das Automaten-Knacken vor allem im Norden Deutschlands beliebt ist. „Von Nordrhein-Westfalen bis Schleswig-Holstein haben wir die meisten Zerstörungen. Das kostet uns jährlich mehrere hunderttausend Euro. Besonders oft wird im Norden auch Sprengstoff eingesetzt“, sagt er.

Drei Mal war das um Silvester in Neumünster der Fall (der Courier berichtete). Das Landeskriminalamt ermittelte. Bisher ohne Erfolg. „Es gibt keine neuen Erkenntnisse“, teilte LKA-Sprecherin Carola Jeschke gestern auf Nachfrage mit. Auch in den aktuellen Fällen sucht die Polizei Zeugen. Hinweise werden unter Tel. 945-0 erbeten.

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erstellt am 20.Apr.2017 | 08:00 Uhr

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