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Holsteinischer Courier

06. Dezember 2016 | 17:08 Uhr

Schützenstrasse : Anwohner klagen über „unerträglichen Lärm“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Anwohner der Schützenstraße beklagten in der Sitzung des Stadtteilbeirats Stadtmitte das hohe Verkehrsaufkommen

Neumünster | Die Anwohner der Schützenstraße gehen auf die Barrikaden. In der Sitzung des Stadtteilbeirats Stadtmitte beklagten sie das hohe Verkehrsaufkommen und den damit verbundenen Lärm. „Die ehemals ruhige Anwohnerstraße hat sich über die Jahre zu einer Hauptverkehrsstraße entwickelt. Der Lärm ist unerträglich geworden“, sagte Dr. Hanns-Ulrich Hermann. Der Mediziner mit eigener Praxis an der Schützenstraße kämpft seit Jahren für eine Verkehrsberuhigung vor seiner Haustür.

Am Mittwochabend hatte Hermann viele Mitstreiter. 20 Gäste, viele von ihnen Anwohner der Schützenstraße, beteiligten sich an der hochemotionalen Debatte. Von Reisebussen und Lkw, die mit 60 Stundenkilometern durch die enge Straße rasten, dabei die Häuser bis auf die Grundmauern erschütterten und den Straßenbelag gravierend schädigten, wurde berichtet. Schlimmer als die hohe Geschwindigkeit sei jedoch das hohe Verkehrsaufkommen, so die Anwohner. 600 bis 800 Kraftfahrzeuge pro Stunde dokumentierte Hanns-Ulrich Hermann im Juli dieses Jahres.

Bereits 2013 war das Thema heiß diskutiert worden. „Schützenstraße wird 2014 zu einer Einbahnstraße“ titelte der Courier vor drei Jahren. Während der Stadtteilbeiratssitzung am 5. September 2013 hatte Verkehrsplaner Michael Köwer angekündigt, dass „die Schützenstraße zwischen Mühlenhof und Gartenstraße zur Einbahnstraße wird – womöglich sogar dauerhaft“. Aus Köwers Versprechen wurde nichts – der Bauausschuss lehnte den Antrag ab.

„Hier liegt ein kardinaler Verwaltungsfehler vor“, hieß es aus der Runde in Hinblick auf die Ablehnung einer Einbahnstraßenregelung, von Pollern oder Geschwindigkeitsmesstafeln. Das hohe Lärmaufkommen sei die eine Sache, hinzu komme die hohe Feinstaubbelastung, merkte eine Anwohnerin der Schützenstraße an. „Der Zulieferer-Verkehr beginnt morgens um 4.30 Uhr, tagsüber ist es etwas ruhiger und von 16 bis 24 Uhr rauscht die Blechlawine wieder an unseren Häusern vorbei“. Von Wohnqualität könne keine Rede mehr sein, so die sichtlich beunruhigte Frau.

„Wenn die Stadt wegen entstehender Kosten zu keiner Lösung des Problems kommt, warum montiert man dann nicht einfach die Halteverbotsschilder ab und stellt die Ampel aus? Wir Anwohner würden auf der Straße parken, niemand würde mehr Gas geben, um die Grünphase noch zu erwischen, und die Schützenstraße würde ganz schnell ihre Attraktivität als Hauptdurchgangsstraße verlieren“, regte ein Besucher an und erhielt dafür spontane Zustimmung.

„So einfach geht das nicht. Verkehrsplanung ist ein komplexes Gefüge“, erwiderte Ute Spieler auf diesen Vorschlag. Die Fachdienstleiterin Stadtplanung und Stadtentwicklung war eigentlich gekommen, um das neue Verzeichnis der Straßenkategorien vorzustellen und sah sich nun einer heißen Debatte um die Verkehrssituation an der Schützenstraße gegenüber. „Es ist unbestritten, dass das Verkehrsaufkommen in der Schützenstraße hoch ist. Ich sichere Ihnen zu, dass das Thema Einbahnstraße nicht vom Tisch ist“, sagte sie.

Manfred Fellmann (SPD) aus dem Stadtteilbeirat zeigte sich enttäuscht. „Ich hatte erwartet, dass Sie uns ein gesamtstädtisches Verkehrskonzept vorstellen“, erwiderte er. „Auf der Beiratssitzung am 8. Juli letzten Jahres waren wir mit unseren Diskussionen schon mal weiter“.


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erstellt am 14.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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