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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Frankenstrasse : Anlieger reichen Protestschreiben ein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Gebühren für die Sanierung der Frankenstraße sorgten für Diskussionen im Stadtteilbeirat Brachenfeld-Ruthenberg.

Neumünster | Müssen sich die Anlieger der Frankenstraße mit 85 Prozent an den Sanierungskosten beteiligen? Diese Frage ließ am Mittwochabend erneut die Emotionen hochkochen. Nachdem bereits einen Tag zuvor 30 Anlieger erfolglos versucht hatten, sich im Hauptausschuss Gehör zu verschaffen (der Courier berichtete), diskutierte rund ein Dutzend Anwohner auf der Sitzung des Stadtteilbeirats Brachenfeld-Ruthenberg erneut über das Thema.

Andreas Gärtner zeigte sich empört über das Festhalten der Stadt an den Regelungen des Kommunalabgabengesetzes. „Hamburg und Berlin haben die Straßenbeiträge schon abgeschafft. Was hier läuft, ist unsozial. Ich hoffe, dass sich die SPD wieder an ihre Bürger erinnert.“ Gärtner hat zusammen mit Arne Locht stellvertretend für die Gemeinschaft der Frankenstraße ein Schreiben aufgesetzt, das er heute im Rathaus vorlegen will.

Starke Worte der Unterstützung fand auch Stadtteilvorsteher Uwe Holtz: „Die Straße wurde 1979 provisorisch ausgebessert. Seitdem hat die Stadt die Straße verkommen lassen. Sie muss für die Kosten aufkommen. Dass nun der Vorschlag gemacht wurde, die Straßenentwässerung über einen separaten Regensammler zu leiten, ist der größte Schwachsinn, den man sich vorstellen kann.“ Bisher wurde die Dach- und Straßenentwässerung gemeinsam über einen Mischwasserkanal abgeführt.

Das Ehepaar Sabine und Dirk Wende aus der Frankenstraße sieht von den 700  000 Euro Gesamtkosten einen Anteil von etwa 10 000 Euro auf sich zukommen. „Wer soll das bezahlen? Und was ist, wenn es am Ende noch teurer wird?“, fragt das Ehepaar. Besonders ärgert die beiden, dass die Stadt ihre Straße, die zwischen der Boostedter Straße und der Störstraße liegt, als Anliegerstraße ausweist. „Das ist ganz klar eine Durchfahrtsstraße. Ein Nachbar von uns hat kürzlich an einem Tag 450 Autos gezählt. Befremdlich finde ich die Begründung der Stadt, die Sanierung sei wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens nötig. Dann müssten ja Anlieger zugezogen sein. Das ist aber nicht der Fall“, wundert sich Wende.

Zur laufenden Neuklassifizierung der Straßen erwartet Jens Ahrens (Bündnis für Bürger) nach der Sommerpause ein Ergebnis von der Stadtplanung. Uwe Holtz kommentierte die aktuelle Einteilung so: „In Neumünster sind 90 Prozent der Straßen als Anwohnerstraßen deklariert. Das ist beschränkt.“ Der Bauausschuss tagt am Donnerstag, 7. Juli.

Für Unmut sorgte auch ein anders Thema, das Ingo Kühl, Leiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ), vorstellte. „Ein Ziel ist es, noch mehr Biomüll getrennt zu sammeln“, erklärte Kühl. Demnach soll die grüne Tonne während des ganzen Jahres auf dem Grundstück verbleiben, kann aber saisonal von April bis Oktober bezahlt werden. Außerdem soll eine 60-Liter-Tonne statt der 120-Liter-Tonne für Restmüll und Biomüll wählbar sein. Eine Alternative wäre ein 60-Liter-Einsatz oder eine Banderole, die das Volumen markiert. Die kleinere Tonne koste laut TBZ-Chef dann zwar weniger, aber nicht genau die Hälfte. „Wir hoffen, dass wir eine Gebührensenkung oder zumindest keine Erhöhung erzielen“, so Kühl.

Die Besucher kritisierten, dass sie noch eine Tonne mehr auf dem Grundstück stehen haben sollen und argumentierten mit Eigenkompostierung. Im November werden die Vorschläge der Ratsversammlung vorgelegt.

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