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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 21:41 Uhr

Altonaer Strasse : Anlieger hoffen auf Ermäßigung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Anliegerbeiträge für die Sanierung der Altonaer Straße sorgten beim Stadtteilbeirat Wittorf für Unverständnis.

Neumünster | Sind es nun 65 oder doch nur 35 Prozent Kostenbeteiligung? Die Anliegergebühren beim Straßenausbau der Altonaer Straße treiben auch die Wittorfer um. Während der Stadtteilbeiratssitzung am Dienstagabend informierte die Stadtplanerin Ute Spieler über die rechtlichen Grundlagen und stellte sich den zahlreichen Fragen der gut 50 Gäste.

Etwa 200 000 Euro werden die Anlieger der Altonaer Straße zwischen Einmündung Oderstraße und Störbrücke berappen müssen, um die im September erledigte Deckensanierung mit zu finanzieren. Entscheidend sei die geprüfte Schlussrechnung, die noch nicht vorliege, sagte Ute Spieler. Mit etwa 40 Cent pro Quadratmeter anrechenbarer Grundstücksfläche müssen die Eigentümer rechnen. „Der Betrag ist innerhalb eines Monats zu zahlen. Ein Antrag auf Stundung kann bei der Stadt eingereicht werden. Dabei werden aber Zinsen fällig“, erklärte Ute Spieler. Über die Höhe der Zinsen konnte sie keine genaue Angabe machen.

Die Rechtsgrundlage dafür ist das heftig umstrittene Kommunalabgabengesetz (KAG) in Schleswig-Holstein, auf dessen Basis die Ratsversammlung in Neumünster zuletzt im Juni 2012 eine Satzung erlassen hat. Je nach Klassifizierung in Anliegerstraße oder Hauptstraße variiert die Kostenbeteiligung der Grundstückseigentümer (der Courier berichtete).

„Was ist die Altonaer Straße denn nun?“, stellte eine Bürgerin die heikle Frage. „Nach der derzeitigen Satzung gilt sie nicht als Durchgangsstraße, sondern als Innerortsstraße“, sagte die Stadtplanerin. Damit werden 65 Prozent der Kosten auf die Anlieger umgelegt. Gepaart mit Unmutsbekundungen wiesen die Wittorfer darauf hin, dass der Verkehr bei verkaufsoffenen Sonntagen stark erhöht sei und die Altonaer Straße bei Staus auf der A  7 als Umleitungsstraße genutzt werde. Ute Spieler entgegnete, dass nach der neuen Straßenklassifizierung, die noch nicht in Kraft ist, die Altonaer Straße als Hauptverkehrsstraße gelte. In dem Fall tragen die Anlieger nur 35 Prozent der Gesamtkosten. Die Stadt prüfe, ob die neue Satzung rückwirkend in Kraft treten könne. Das sei unter engen Vorgaben laut KAG möglich.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung sah die Information über die Erweiterung der Firma Nortex am Grünen Weg vor. Katrin Löscher-Samel vom Fachdienst für Stadtentwicklung erinnerte daran, dass die Ratsversammlung 2014 auf Antrag von Nortex einer Sortimentsveränderung zugestimmt hatte. Demnach werde sich das Einkaufszentrum drei Schwerpunkte setzen: Bekleidung samt Schuhen und Lederwaren, Lebensmittel und Drogerie. „Es bleibt bei einer maximal zweigeschossigen Bebauung, wobei die Stellplatzanlage nach hinten ergänzt werden kann“, informierte die Fachfrau. Räumliche Erweiterungen werden für Lager und Büros geschaffen. Ein städtebaulicher Vertrag zwischen Nortex und der Stadt soll künftig dauerhaft kontrollieren, dass Nortex das Einzelhandelskonzept einhält. So darf Nortex zum Beispiel keine Elektrogeräte verkaufen und muss die festgesetzten Größen der Verkaufsflächen einhalten. „Es geht um den Schutz der Innenstadt und des Nahversorgungssystems“, erklärte Katrin Löscher-Samel.

Außerdem bekamen die Besucher einen Zwischenstand zum Bau eines Gewerbegebiets am Wührenbeksgraben. Die Eigentümerin des Gebiets zwischen Krokamp und Havelstraße möchte ihre zwei Hektar in sechs großen Parzellen verkaufen. Eine Sackgasse, die vom Krokamp in das Gebiet abgeht, ist bereits im Bau. Dafür ist der Krokamp zurzeit gesperrt.

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