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Türkisch-Unterricht : An zwei Schulen gibt es keine Genehmigung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadtverwaltung wusste von dem Unterricht durch Konsulatslehrer nur an einer Schule

Neumünster | Der Türkisch-Unterricht hat an zwei von drei Neumünsteraner Schulen ohne Wissen und ohne Genehmigung der Stadtverwaltung stattgefunden. Das soll jetzt nachgeholt werden.

Zwei Konsulats-Lehrer, die vom türkischen Staat entsandt sind, geben an der Holsten-, der Vicelin- und der Pestalozzischule außerhalb der Unterrichtszeit insgesamt etwa 20 Kindern Türkisch-Unterricht. Das gibt es auch in Kiel, Lübeck, Elmshorn und in weiteren Städten. Die Lehrer und der Unterricht werden vom Bildungsministerium nicht kontrolliert (der Courier berichtete).

Weil die Türkisch-Stunden außerhalb des Unterrichts stattfinden, sind sie eine so genannte „nicht-schulische Nutzung“, die die Stadt genehmigen muss. Ähnlich wie bei Vereinen, die abends eine Turnhalle nutzen möchten, muss die Schule das befürworten. Dann stellt der Verein (oder das Konsulat) einen Antrag an die Stadt. Das ist nach Auskunft des Schul-Stadtrats Carsten Hillgruber bei der Vicelinschule auch geschehen, bei den beiden anderen Schulen aber nicht.

„Wir haben jetzt die Schulen aufgefordert, das zügig zu klären. Wenn die Anträge gestellt sind, werden sie voraussichtlich genehmigt. Eine inhaltliche Prüfung, was in dem Unterricht passiert, findet nicht statt“, sagte Hillgruber. Bis dahin dürfe der Unterricht aber weiter stattfinden.

Nach den Courier-Berichten über den aus der Türkei gelenkten Unterricht hatten mehrere Ratsfraktionen eine strenge Überprüfung der Konsulatsverträge gefordert. Die FDP bringt das Thema jetzt mit einer Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung. „Wir wollen wissen, seit wann die Verwaltung Kenntnis davon hat, dass an Neumünsteraner Schulen Türkisch-Unterricht von Lehrern erteilt wird, die vom türkischen Staat bezahlt werden“, teilt Fraktionschef Reinhard Ruge mit. Ebenso wollen die Freien Demokraten wissen, ob Kenntnisse über den Inhalt des Lehrstoffes vorliegen. „Die Erteilung von Türkisch- statt Deutsch-Unterricht ist sicherlich nicht der sinnvollste Beitrag zur Integration. Welche Zielsetzung die betreffenden Lehrkräfte dabei im Auge haben, bleibt zu fragen“, so Ruge.

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erstellt am 08.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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