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Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 19:42 Uhr

Nortorf : Amt sichert sich das alte Pastorat

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Charme des 1804 erbauten Gebäudes soll erhalten bleiben.

Nortorf | Es ist eines der ältesten noch erhaltenen Häuser in Nortorf: Das Pastorat im Zentrum der Stadt. 1804 erbaut, diente es als Wohnsitz des jeweils zuständigen Pastors, seit dem Wegzug von Babette Lorenzen im vergangenen Jahr wird es jedoch als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt (wir berichteten). Das Amt Nortorfer Land hatte dafür einen Mietvertrag mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde abgeschlossen, nun entschied man sich für den Kauf des charmanten Objektes.

„Wir hatten schon länger überlegt, was wir mit dem Gebäude anstellen. Da wir es als Pastorat nicht mehr nutzen, stand es frei“, berichtet die Pastorin und stellvertretende Kirchengemeinderatsvorsitzende Anna Trede. Durch die angrenzenden Lokalitäten sei der Geräuschpegel oft sehr hoch, Pastor Christoph Tretow reicht eine kleine Dienstwohnung, die 360 Quadratmeter waren somit ideal, um dem Strom an Flüchtlingen gerecht zu werden. „Zu Höchstzeiten waren dort 22 Menschen untergebracht“, berichtet Amtsdirektor Dieter Staschewski. Man sei sehr froh, dass die Kirche dem Amt das Objekt angeboten habe. „Das Pastorat ist eine Zwischenstation. Die Flüchtlinge kommen zuerst dort hin, anschließend kann in Ruhe eine passende Wohnung gefunden werden“, so Staschewski.

Statt der maximal 22 Personen sind derzeit sieben in dem geschichtsträchtigen Gebäude untergebracht. Für den Fall, dass die Anzahl der Flüchtlinge geringer wird, hat sich das Amt Nortorfer Land schon einen Plan B überlegt. „Wir arbeiten an einem Konzept, das dann genutzt wird, wenn das Gebäude für Flüchtlinge nicht mehr benötigt wird“, verrät der Amtsdirektor. Möglich sei beispielsweise eine Nutzung für Verwaltungszwecke, ein Bürgerbüro, oder das Standesamt könnte einziehen – „alles was regen Publikumsverkehr hat.“

Nicht nur die Lage direkt an der Kirche und am Marktplatz überzeugt, auch der Charme des alten Gebäudes. Vertraglich ist geregelt, dass die Außenfassade des 1804 erbauten Pastorats erhalten bleibt. „Wir haben auch absolut keine Intention das zu ändern“, betont Staschewski, „lediglich kleine Schönheitsreparaturen sind nötig.“ Ebenfalls vertraglich festgehalten wurde, dass die Kirche ein Vorkaufsrecht hat, sollte das Amt wieder verkaufen wollen. Gemeinsam mit den Bewohnern des Hauses wolle man nun erst einmal den Garten angehen, „der hat dringend eine Schönheitskur nötig.“ Über den Kaufpreis schwiegen sich beide Parteien aus.

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erstellt am 15.Jul.2016 | 15:00 Uhr

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