zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 12:43 Uhr

Am Glyphosat scheiden sich die Geister

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rückstände ausgerechnet im Bier verhalfen ihm erst vor wenigen Wochen zu zweifelhaftem Ruhm: dem Pestizid Glyphosat. Im Mai soll die EU darüber entscheiden ob die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters um 15 oder zumindest 7 Jahre verlängert wird. Auf Einladung der SPD-Europaabgeordneten Ulrike Rodust diskutierten am Donnerstagabend rund 45 Besucher im Hotel Prisma über die Vor- und Nachteile des Pflanzengifts.

Neben der Politik interessierten sich vor allem Vertreter von Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden sowie mehrere Landwirte dafür, wie künftig mit dem Pflanzengift umgegangen werden sollte. Rede und Antwort standen in der angeregten Diskussion außerdem Rodusts Fraktionskollegin Susanne Melior, die sich mit Fragen der Umwelt- und Verbraucherpolitik beschäftigt, und Neumünsters Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber.

Die Politikerinnen machten klar, dass sich ein generelles Verbot des auch unter dem Namen „Roundup“ bekannten Gifts auf europäischer Ebene kaum durchsetzen lassen wird. Denn bislang habe man nicht beweisen können, dass Glyphosat tatsächlich wie vermutet krebserregend sei.

Die Landwirte in der Runde plädierten für eine längere Zulassung von Glyphosat: „Wir brauchen das Mittel, um die Zwischenfrucht, die die Böden im Winter vor Auswaschungen und Erosion schützt, im Frühjahr abzutöten“, erklärte Klaus-Dieter Blanck, Landwirt auf Fehmarn. Bislang gebe es dazu keine Alternative.

Die Natur- und Umweltschützer forderten dagegen ein Verbot des Unkrautvernichters: Schon der Verdacht auf krebserregende Auswirkungen sollte reichen, um das Mittel aus dem Verkehr zu ziehen, hieß es. Wer daran festhalte, verhindere im Kern eine zeitgemäße Landwirtschaft.

Letztlich gab es in dieser Sache keine Annäherung zwischen den beiden Lagern. Deutlich wurde jedoch, dass Deutschland im Räderwerk der EU-Politik eben nur einer von 28 Mitgliedsstaaten ist.




zur Startseite

von
erstellt am 22.Apr.2016 | 18:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen