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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 23:18 Uhr

Heidmühlen : Alte Traditionen wurden gepflegt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 800 Besucher feierten am Sonntag ein fröhliches Dresch- und Kartoffelfest.

Heidmühlen | „Dann schmeiß den Riemen mal auf die Orgel“, hieß es am Sonntag beim Dresch- und Kartoffelfest in Heidmühlen. Eingeladen hatte dazu die örtliche Dreschvereinigung gemeinsam mit den Landfrauen. Den ganzen Tag über herrschte auf dem Acker neben dem Sportplatz reges Treiben. Die Besucher konnten hier nicht nur eine urige Oldtimer-Treckerflotte, altes Ackergerät und das abenteuerliche Ungetüm einer Dreschmaschine aus dem Jahr 1950 bewundern, sondern auch selbst in der Erde nach den „tollen Knollen“ buddeln.

Besondere Freude hatten daran jedoch nicht nur die Kinder. Auch Edith Neitz (73) aus Segeberg hatte beim „Ernteeinsatz“ ihr Vergnügen. „Das wollte ich schon immer einmal machen. Und es ist ein super Gefühl so mit den Händen in der Erde zu wühlen“, berichtete sie nicht ohne Stolz auf ihre Ausbeute.

Nach getaner Arbeit ließen sich die Besucher dann nur zu gern unter anderem mit einer leckeren Portion „Bamberger Hörnchen“ mit Quark, duftenden Kartoffelpuffern oder leckeren Bratkartoffeln verwöhnen. Und natürlich wurde dazu auch das passende Kaltgetränk serviert. „Wir haben diese alte Kartoffelsorte angebaut, weil sie besonders gut schmeckt. Doch mit ihrer knubbeligen Oberfläche ist sie industriell nicht zu verwerten und deshalb aus der Mode gekommen“, sagte der Vorsitzende Jens Ihben.

Der 140 Mitglieder starke Dreschverein hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Landleben in früherer Zeit zu pflegen. Jedes Jahr werden dazu 3,5 Hektar Land mit historischen Maschinen und alten Feldfruchtsorten bestellt.

Regelmäßige Vorführungen und die Präsentation der historischen Zugmaschinen haben in Heidmühlen Tradition. „Uns macht es Spaß, die alten Techniken und Bräuche zu pflegen. Aber vor allen Dingen wollen wir den Kindern näher bringen, dass das, was auf den Tisch kommt, erst wachsen und gedeihen muss“, erläuterte Ihben.

Das kam nicht nur beim Nachwuchs gut an. Denn auch zahlreiche erwachsene Besucher standen staunend vor der ratternden Dreschmaschine, bei der auf wundersame Weise unten das Korn herauskommt.

Und nicht zuletzt wurde natürlich mit den Fachleuten ausgiebig über die Vorzüge eines Lanz Bulldog oder alten Deutz gefachsimpelt.

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