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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 18:51 Uhr

Vandalismus : Alte Kastanie mit Absicht beschädigt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mitarbeiter der Abteilung Grünflächen entdeckten klaffende Wunde an dem stattlichen Baum am Schwale-Ufer. Stadt erstattet Strafanzeige

Neumünster | Empörung und Entsetzen herrscht bei den Mitarbeitern der Abteilung Grünflächen: Bei einem routinemäßigen Rundgang durch die Baumbestände entdeckten sie einen Akt des Vandalismus an einer 100 Jahre alten Rosskastanie am Schwale-Ufer.

Links vom Durchgang zur Klosterinsel haben unbekannte Täter an dem alten Baum gehaust und vermutlich mit Messern zwei Drittel der Rinde heruntergeschält. Große Stücke Baumrinde liegen verstreut auf dem Boden. Die Tat geht weit über eine harmlose Schnitzerei hinaus, denn eine große Wunde klafft am Stamm des alten Baumes. „Damit sind lebenswichtige Schichten weg, der Baum hätte noch locker 30 bis 40 Jahre leben können. Jetzt droht die Unterversorgung des Kronenbereichs, der Baum hat nur noch begrenzte Überlebenschancen“, sagt Heiner Feilke, Mitarbeiter der Abteilung Grünflächen.

War es aus Langeweile, unter Alkoholeinfluss oder um anderen zu imponieren? „Wir vermuten, dass hier Jugendliche in extremen Übermut gehaust und sich ausgetobt haben, vermutlich am vergangenen Wochenende“, so Feilke. Die alte Rosskastanie steht verborgen an der Straße Am Klostergraben in Höhe der Pan-Skulptur zur linken Hand hinter der Ladenzeile (etwa Höhe Café Jolie). „Diese Kastanie ist eine der letzten erhaltenen Bäume von denen, die entlang der Schwale um 1910 als flussbegleitendes Gehölz bis hin zum neuen Schwale-Park gepflanzt wurden. Viele Altbäume sind bereits aus Altersgründen abgeholzt worden. Sie alle sind im Baumkataster erfasst und sind insgesamt ein denkmalgeschützter Gesamtbaumbestand“, erklärt der Diplom-Ingenieur Landespflege.

Auch zwei weitere benachbarte Bäume wurden von den Vandalen verletzt. „Wir haben auch Spuren gefunden, dass hier ein Messerwerfen auf Bäume stattgefunden hat“, sagt Feilke, der erschüttert über den Vorfall ist. Denn – das lernt jedes Kind in der Schule – Bäume sorgen über ihre Photosynthese für den nötigen Sauerstoff in der Atmosphäre, und Feilke schüttelt angesichts des Ausmaßes der Zerstörung nur ratlos den Kopf. Der Stammumfang beträgt etwa 2,10 Meter, zu zwei Dritteln ist der Stamm der lebenswichtigen Rinde beraubt. Nur auf etwa 80 Zentimetern ist die für den Baum lebenswichtige Rinde mit der Kambium-Schicht noch intakt. „Damit ist das Dickenwachstum komplett gestoppt und die Versorgung stark eingeschränkt. Denn zwischen der äußeren Rinde und dem Holz liegen die Bast- und Kambiumschichten, in denen die Nährstoffe und Zucker von der Krone in die Wurzeln und umgekehrt Wasser und Nährsalz in die Baumkrone geleitet werden.“

Die Stadt erstattet Strafanzeige gegen Unbekannt. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei Heiner Feilke, Tel. 9 42 20 30, oder bei der Polizei, Tel. 94 50, zu melden.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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